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Rosenmontagszug Köln 2020: Kölner feiern den Straßenkarneval

Karneval 2020 : Tausende Jecken feiern in Köln beim Rosenmontagszug

Rosenmontagszug in Köln 2020

In Köln zieht der Rosenmontagszug 2020 durch die Straßen. Tausende Jecken jubeln den Aktiven zu. Die Karnevalisten gedenken auch der Opfer von Hanau.

Um 10 Uhr ging’s los: Das Kölner Dreigestirn, Prinz Christian II., Bauer Frank und Jungfrau Griet, sowie Zugleiter Holger Kirsch eröffneten das närrische Treiben. Rund 12.000 Aktive ziehen auf einer Länge von sieben Kilometern durch die Südstadt und bis zur Mohrenstraße. Dabei werden 300 Tonnen Süßigkeiten verteilt, darunter allein 700.000 Schokoladentafeln. Tausende Jecken feiern am Zugweg.

Im Kölner Karnevalstrubel versuchen Werner und Ronny aus Bad Münstereifel den Überblick zu behalten. Die Freunde gehen als Knackis, wie sie sagen. "Im echten Leben stehen wir genau auf der anderen Seite", sagt Ronny. Sie studieren Verwaltungsrecht mit Schwerpunkt Justizvollzug. Beim Rosenmontagszug sind sie zum ersten Mal. "Ist ganz schön", sagt Werner, "aber nachher ziehen wir noch durch die Kneipen."

Für die kleinen Jecken sind vor allem die Kamelle der Höhepunkt des Tages. Jonathan, Pepe, Antonia und Leonard haben gleich mehrere Taschen für die Süßigkeiten dabei. Bevor der Zug startete, fragte Antonia ihren Vater immer wieder, wann es los geht. Sie geht als Schneemann. Und war wenig später mitten im Kamelle-Regen und im größten Kinderglück.

In Köln wurde neben aller Fröhlichkeit aber auch der Opfer des mutmaßlich rechtsextremistischen Anschlags von Hanau gedacht: Auf einem der ersten Motivwagen ist der Dom zu sehen, mit hängenden Turmspitzen und Tränen im Auge. Auf einem großen roten Herz, das der Dom in der Hand hält, steht: „uns Hätz schleiht för Hanau“ - unser Herz schlägt für Hanau.

„Mit dem zusätzlichen Wagen gleich zu Beginn des Rosenmontagszuges wollen wir an die Opfer der schrecklichen Tat von Hanau erinnern und zugleich ein Zeichen für Toleranz und Weltoffenheit setzen“, sagte Zugleiter Holger Kirsch am Montag der Deutschen Presse-Agentur. „Karneval ist bunt, nicht braun!“

Fernsehmoderator und Komiker Guido Cantz (48) sagte, der Kölner Rosenmontagszug sei diesmal unter seinem neuen Leiter Holger Kirsch deutlich politischer als früher. „Düsseldorf wird immer als der viel politischere Zug bezeichnet, was wohl auch stimmt“, sagte Cantz. „Ich glaube, wir Kölner sind auf einem sehr guten Wege, und das steht uns gut zu Gesicht.“

(top/hsr/dpa)