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Rosenmontagszug 2017 in Köln: Pferd stürzt - Kran angefordert

Karneval 2017 : Pferd stürzt beim Kölner Rosenmontagszug

Rosenmontag in Köln, am fünften Tag des Karnevals heißt es Kamelle fangen am Zoch. Am Nachmittag stürzte ein Pferd, es wurde in eine Tierklinik gebracht. Vermutlich hatte es mit Kreislaufproblemen zu kämpfen.

Beim Kölner Rosenmontagszug ist am späten Nachmittag ein Pferd in der Innenstadt gestürzt. Da es zunächst nicht aus eigenen Kräften wieder auf die Beine kam, wurde ein Kran angefordert. Doch bevor der zum Einsatz kam, stand das Tier wieder. "Es hatte vermutlich einen Kreislaufkollaps und ist jetzt in der Tierklinik", sagte ein Polizeisprecher. Der Reiter hat sich nicht verletzt. Der Zug wurde für 20 Minuten unterbrochen.

Tierschützer hatten Ende Januar ein Verbot von Pferden in den Karnevalszügen gefordert. Der Beschwerdeausschuss der Stadt Köln hatte jedoch entschieden, dass weiterhin Pferde eingesetzt werden. Etwa 500 sind es, die im Kölner Rosenmontagszug mitgehen. In der vergangenen Session hatte es wegen der Sturmwarnung einen Zug ohne Pferde gegeben.

Unterdessen geben die Kölner Jecken an Tag 5 des Straßenkarnevals noch einmal alles. Und doch ist am Rande des Rosenmontagszugs eine gewisse Katerstimmung spürbar. Vor den Kneipen liegen die Reste der vergangenen Nacht zusammengekehrt, schmutzige Luftschlangen auf Asphalt, zerbrochene Kölsch-Gläser. An einer Bar am Kölner Hohenzollernring hängt ein selbst geschriebenes Schild: "Lumumba to go, 3 Euro 50". Ein Typ im Kakerlaken-Kostüm nimmt drei. "Hilft ja nix", sagt er. Sein Kostüm ist schon ein wenig ramponiert, die Kakerlake hat nur noch einen Fühler, der schwarze Stoff ist ziemlich versifft.

Als am späten Vormittag die ersten Wagen in die Hahnentorburg einbiegen, sind viele Tribünenplätze noch frei. "Viele sind noch auf der Anreise", sagt ein Polizeisprecher. Am Neumarkt vertreibt sich ein Sanitäter die Zeit mit Tanzen. "Kiosk-Bier und aff dafür", singt er. Sechs Hundertschaftsbeamte stehen daneben, verziehen keine Miene. Sie gehören dazu in diesen Tagen.

Gepanzerte Polizeifahrzeuge, Wasserwerfer und Betonblöcke versperren die Zufahrten. Lastwagen ab 7,5 Tonnen dürfen nicht in die Innenstadt fahren. Schon 2016 waren die Sicherheitsmaßnahmen verschärft worden. In diesem Jahr sind mehr als 2200 Polizeibeamte in Köln im Einsatz. Weiberfastnacht verlief friedlich wie selten, am Rosenmontag gab es bis 14 Uhr "keine besonderen Vorkommnisse" aus Polizeisicht. Am Morgen musste die Feuerwehr einen Mann mit einer Drehleiter vom Dach des Historischen Rathauses holen. Er war an der Fassade hochgeklettert und kam dann nicht mehr herunter.

Eine Gruppe Einhörner steht mit Jutebeuteln am Straßenrand, um am Zug Kamelle zu fangen. Einhorn-Kostüme sind ganz weit oben dieses Jahr: Frauen in Regenbogenfarben-Tüllröcken und mit Horn auf dem Kopf.

Am Dom stehen die Zuschauer in Zehnerreihen, von den Mottowagen fliegen die Kamelle und Strüßjer im hohen Bogen in die jubelnde Menge — ein paar Meter weiter werden die Tanzmariechen in den Himmel geworfen. Und wo der Zoch schon durch ist, drängen sich die Menschen mit prall gefüllten Taschen in die Straßenbahnen — oder in die Kneipen, "Su lang die Leechter noch brenne"...

Die Bilanz am Abend fiel positiv aus — exakte Zahlen veröffentlicht die Polizei am Dienstag. Gefeiert wurde bis zum Abend recht friedlich. Gegen 35 Personen wurden Platzverweise erteilt, ein Dutzend Betrunkene landeten im Gewahrsam. In der Innenstadt gab es mehrere verdächtige Gegenstände, unter anderem standen zwei Koffer in einem Innenhof. Sichereitshalber wurde ein Entschärfer hinzugezogen, die Koffer waren aber leer. In der Innenstadt ist ein junger Mann von einem Geländer aus vier Metern Höhe gestürzt, er wurde schwer verletzt.

Die Stadt teilte mit, dass es an der Gürzenichstraße einen Unfall gab, bei dem eine 17-Jährige zwischen Traktor und Anhänger geraten war und von einem Ordner zurückgezogen wurde. Er verletzte sich dabei. Die Jugendliche kam ins Krankenhaus, hatte aber nur leichte Verletzungen erlitten. 25 Männer und eine Frau wurden beim Wildpinkeln erwischt, 86 Minderjährige mussten ihre alkoholischen Getränke ausschütten.

(hsr)