Rizin-Funde in Köln: Frau des Terrorverdächtigen Sief Allah H. festgenommen

Rizin-Funde in Köln: Frau des Terrorverdächtigen Sief Allah H. festgenommen

Yasmin H., die 42-jährige Frau des Mannes, der seit Juni unter Terrorverdacht steht, wurde nun ebenfalls festgenommen. Sie soll Sief Allah H. bei Anschlagsplänen geholfen haben.

Wie die Bundesanwaltschaft mitteilte, wurde Yasmin H. am Dienstag festgenommen. Sie wird demnach verdächtigt, ihrem Ehemann Sief Allah H. in drei Fällen bei der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat sowie bei der vorsätzlichen Herstellung von biologischen Waffen Hilfe geleistet zu haben. Ihr Mann war bereits im Juni festgenommen worden. Nach Ermittlungen des Verfassungsschutzes wurde in der gemeinsamen Wohnung des Ehepaares hochgiftiges Rizin gefunden.

Die Bundesanwaltschaft geht laut einer Mitteilung davon aus, dass Yasmin H. gemeinsam mit ihrem Ehemann nach Syrien ausreisen wollte, um sich dort dem sogenannten Islamischen Staat (IS) anzuschließen. Vor diesem Hintergrund soll Yasmin H. Kontakt zu Personen aufgenommen haben, die ihnen auf ihrem Weg zum IS behilflich sein sollten.

Da Yasmin H. wegen ihrer Kinder aus einer früheren Ehe eine Ausreise zunächst nicht möglich war, soll sie nur für ihren Ehemann für Ende August 2017 einen Flug von Köln nach Istanbul gebucht haben. Da dessen Weiterreise in der Türkei scheiterte, soll sie für Mitte September einen zweiten Flug nach Istanbul gebucht haben. Allerdings scheiterte auch dieses Mal seine Weiterreise in der Türkei.

Im Herbst 2017 soll Sief Allah H. über soziale Medien in Kontakt mit Mitgliedern des sogenannten Islamischen Staates in Syrien getreten sein. Diese sollen ihm vorgeschlagen haben, in Deutschland einen Anschlag zu verüben. In der Folge soll er sich über explosive Stoffe aus Polen informiert haben. Mitte Oktober 2017 soll er dann nach Slubice/Polen gereist sein, dem Sitz einer Pyrotechnik-Firma. Yasmin H. wird vorgeworfen, die Reise ihres Ehemannes organisiert zu haben.

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Im April 2018 soll Sief Allah H. angefangen haben, sich konkret mit der Herstellung von Rizin zu beschäftigen. Seine Ehefrau soll ihm zumindest für einige der Bestellungen ihr Konto bei einem Internetversandhändler sowie ihr PayPal-Konto zur Verfügung gestellt haben. Auch soll sie bei der Abwicklung der Lieferung von 1.000 Rizinussamen geholfen haben.

Ende Mai 2018 soll der 29-Jährige 84,3 Milligramm Rizin hergestellt haben. Um dessen Wirksamkeit zu testen, sollen die Eheleute in einer Kölner Zoohandlung einen Zwerghamster gekauft haben. Auf diesen wollten sie demnach das Rizin zu Testzwecken auftragen.

Am 12. Juni wurde Sief Allah H. festgenommen. Die Beschuldigte Yasmin H. wird an diesem Dienstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der über den Erlass eines Haftbefehls sowie über den Vollzug der Untersuchungshaft entscheiden wird.

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(skr)
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