Unwetter in Köln: Radfahrer von Baum erschlagen - "Birlikte" abgebrochen

Unwetter in Köln : Radfahrer von Baum erschlagen - "Birlikte" abgebrochen

Bei dem schweren Unwetter am Montagabend ist ein Radfahrer in Köln-Flittard von einem umgestürzten Baum erschlagen worden. Wegen der heranziehenden Gewitterfront wurde das Kunst- und Kulturfestival "Birlikte - Zusammenstehen" vorzeitig abgebrochen.

Nach ersten Ermittlungen fuhr der 52-jährige Mann um kurz vor 22 Uhr auf der Düsseldorfer Straße in Richtung Mülheim. Vermutlich durch einen Blitzeinschlag brach ein etwa 20 Meter hoher Baum in der Mitte durch. Die Buche stürzte auf die Fahrbahn und traf den Radfahrer. Dabei wurde der zunächst nicht identifizierte Mann so schwer verletzt, dass er noch am Unglücksort starb.

Insgesamt musste die Feuerwehr Köln bis Dienstagmorgen um 9 Uhr zu 358 Einsätzen durch das Unwetter ausrücken. Um das zu bewältigen, löste die Leitstelle Vollalarm für die 26 Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Köln aus. Die Hälfte der Berufsfeuerwehrwachen war ebenfalls eingesetzt. Auch am Vormittag kommen noch Meldungen über umgestürzte Bäume hinzu. Neben dem Sturm gab es Einsätze auf der Großveranstaltung "Birlikte", ein Großbrand uind ein schwerer Verkehrsunfall. Die Polizei Köln registrierte zwischen 20 und 2 Uhr insgesamt 305 Einsätze. Es gab neun Unfälle, darunter der tödlich verletzte Radfahrer und vier Schwerverletzte bei einem Unfall auf der A61 bei Bedburg.

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Der Leitende Branddirektor Johannes Feyrer ist zufrieden mit der Leistung seiner Einsatzkräfte: "Das war schon eine seltene Situation. Ich kann mich noch an das Weihnachtshochwasser von 1994 erinnern. Damals kam zu den vielen Hochwassereinsätzen plötzlich ein Großbrand im Niehler Hafen hinzu. Gestern war es allerdings umgekehrt. Wir hatten schon viele Einsatzkräfte bei der Großveranstaltung "Birlikte" und beim Brand auf dem Großmarkt im Einsatz als das Gewitter aufzog. Die vielen zusätzlichen Einsätze konnten wir unter anderem nur bewältigen, weil wir eine leistungsstarke und motivierte Freiwillige Feuerwehr in Köln haben."

Das Festival "Birlikte" wurde wegen der aufziehenden Gewitterfront vorzeitig abgebrochen. Auf dem Gelände wurde durch den Sturm niemand verletzt. Auch während der Veranstaltung waren nur wenige Einsätze zu verzeichnen: Der Sanitätsdienst behandelte rund 50 Personen vor Ort, die Transporte durch den Rettungsdienst ins Krankenhaus lagen im einstelligen Bereich.

Da Düsseldorf durch das Unwetter noch schlimmer getroffen wurde, forderte die Feuerwehr Düsseldorf in Köln Unterstützung an. Ein Löschzug und ein Rüstwagen aus Köln halfen die gesamte Nacht aus.

Der Großbrand in der Recyclinghalle des Kölner Großmarkts war am Montag um 18:15 Uhr ausgebrochen. Die Einsatzkräfte sahen den starken Rauch schon auf der Anfahrt. In der Halle standen ein großer Müllhaufen und das Dach in Flammen. Während die Feuerwehr das Dach schnell löschen konnte, war es schwierig, den Müllhaufen abzulöschen. Mit dem Löschunterstützungsfahrzeug, das für die Tunnelbrandbekämpfung angeschafft worden ist, konnte das Feuer klein gehalten werden. Allerdings mussten die Einsatzkräfte den Müll mit einem Radlader nach draußen bringen und dort ablöschen.

Die Rauchwolke, die anfänglich in großer Höhe abzog, wurde später durch die Druckverhältnisse durch das Unwetter herabgedrückt. Mehrere Messfahrzeuge waren eingesetzt, eine Schädigung konnte ausgeschlossen werden.

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(ots)
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