1. NRW
  2. Städte
  3. Köln

Prozess in Köln: Neues Strafmaß nötig nach Überfall auf Kinderbett-Verkäuferin

Prozess in Köln : Neues Strafmaß nötig nach Überfall auf Kinderbett-Verkäuferin

Ein 60 Jahre alter Mann war vom Landgericht Köln wegen versuchter schwerer sexueller Nötigung und gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hatte das verhängte Strafmaß von viereinhalb Jahren jedoch wieder aufgehoben.

Im Revisionsprozess um den Überfall auf die Anbieterin eines Kinderbetts bei Ebay-Kleinanzeigen muss das Kölner Landgericht seit Donnerstag ein neues Strafmaß finden. Im April 2019 war der 60 Jahre alte Angeklagte wegen versuchter schwerer sexueller Nötigung und gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte das Urteil im Hinblick auf das Strafmaß jedoch aufgehoben und zur Neuverhandlung an das Landgericht zurückverwiesen.

Laut Urteil hatte der Angeklagte sich auf die Kinderbett-Anzeige der damals 41-Jährigen gemeldet. Bei dem verabredeten Verkaufstermin in der Wohnung der Mutter von zwei Kindern in Köln griff er sie hinterrücks mit einem Messer an und verletzte sie lebensgefährlich. Am Donnerstag sagte die Frau unter Ausschluss der Öffentlichkeit erneut vor Gericht aus.

Das Landgericht hatte in seiner Entscheidung vom April 2019 eine Zahlung des Angeklagten an das Opfer in Höhe von 25.000 Euro strafmildernd als Täter-Opfer-Ausgleich gewertet - obwohl die Frau eine Entschuldigung des Deutschen ausdrücklich nicht angenommen hatte. Zudem war die Zahlung vor dem Hintergrund der ursprünglichen Anklage erfolgt, die auf versuchten schweren Raub und gefährliche Körperverletzung lautete. Erst im Laufe des Prozesses kam das sexuelle Motiv des Angeklagten ans Licht.

Der Vorsitzende Richter im Revisionsprozess sagte am Donnerstag: „Der BGH meint – untechnisch gesprochen –, dass man jedenfalls so einen Täter-Opfer-Ausgleich nicht machen kann.“ Für das Verfahren sind insgesamt vier Verhandlungstage bis zum 7. September geplant.

(chal/dpa)