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Niedriger Rheinpegel: Schiffe in Köln und Duisburg haben kaum Ladung

Pegel in NRW : Darum hat der Rhein derzeit so wenig Wasser

Der Rhein hat Anfang Januar so wenig Wasser, dass größere Schiffe stellenweise nicht fahren können. Viele Reedereien verteilen ihre Lasten daher auf mehrere Schiffe. Das Niedrigwasser ist für diese Jahreszeit ungewöhnlich.

"Der Pegel liegt in Köln bei 1,18 Meter", sagt Markus Neumann vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Köln am Mittwoch. Damit liegt er nur 37 Zentimeter über dem niedrigsten je gemessenen Stand von 81 Zentimetern im September 2003.

Für diese Jahreszeit sei das Niedrigwasser ungewöhnlich. Der Winter war bisher zu trocken. Größere Schiffe haben deshalb nicht genug Wasser unter dem Kiel. Vor allem Gütermotor- und Tankschiffe können nicht voll beladen werden, weil zurzeit nur Schiffe fahren dürfen, die nicht tiefer als 2,29 Meter gehen.

Auch in Düsseldorf ist der Rheinpegel am Mittwoch mit 73 Zentimetern sehr niedrig, in Duisburg lag er bei 2,02 Metern, in Wesel bei 1,51 Metern. Die Fahrrinnentiefe in Duisburg ist 2,50 Meter tief, wenn große Schiffe voll beladen sind, sind sie etwa 4,50 Meter tief im Wasser. Aber auch auf die kleineren Schiffstypen wirkt sich der niedrige Pegel aus, sagt Jan Böhme vom Wasserstraßen- und Schiffartsamt Duisburg-Ruhr. "Man braucht etwa 30 Zentimeter Spielraum Wasser unter dem Kiel. Einige große Schiffe fahren noch, sind aber kaum beladen. Auch die kleinen Schiffe müssen die Ladung anpassen."

Mehr Schiffe als üblich

Das führt dazu, dass im Moment mehr Schiffe als üblich fahren, die sich die Ladung aufteilen. Im Moment sieht Böhme das niedrige Wasser aber gelassen: "Die Schifffahrt kann sich auf so etwas einstellen. Die kennen die Situation. Außerdem wird auch ein Ausgleich für die Schiffer bezahlt." Der sogenannte Kleinwasserzuschlag soll den Verlust für die Schiffer, der durch die geringere Ladung entstehen würde, ausgleichen.

Bis Sonntag soll der Pegel wieder um fünf Zentimeter steigen. Der Regen bringt aber noch keine große Entspannung. Wenn es regnet, dann ist das zu kurz und nicht großflächig genug, sagt Böhme. "Die aktuellen Niederschläge tragen nicht dazu bei, dass der Rheinpegel merklich steigt."

Vor einem Jahr hatte der Rhein um diese Jahreszeit so viel Wasser, dass die Uferwege in Köln teilweise überspült wurden.

(hsr)