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Missbrauch Bergisch Gladbach: Ermittler finden bei Kinderporno-Razzia 2900 Datenträger

Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach : Ermittler finden bei Kinderporno-Razzia 2900 Datenträger

Bei einer Razzia gegen Kinderpornografie haben mehr als 1000 Polizeibeamte in zehn Bundesländern 75 Objekte durchsucht. 3200 Gegenstände wurden dabei sichergestellt - alleine 2900 Datenträger mit einem Speichervolumen von 40 Terabyte.

Die Aktion richtete sich gegen 66 Tatverdächtige, die kinderpornografische Inhalte besessen und verbreitet haben sollen. Es gebe keine Hinweise, dass aktive Missbrauchtäter unter ihnen seien, es habe auch keine Haftbefehle gegeben, erklärte die Polizei in Köln. Auf die Beschuldigten waren die Ermittler durch Auswertung von Chats und Messenger-Diensten gekommen.

Die Verfahren ergaben sich demnach aus den seit 15 Monaten dauernden Ermittlungen rund um den Kindesmissbrauchskomplex Bergisch Gladbach.  Im Haus eines Mannes aus Bergisch Gladbach waren damals große Mengen kinderpornografischer Daten gefunden worden. Der Mann wurde inzwischen zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Über ihn stießen die Ermittler auf Hunderte weitere Verdächtige.

Am Mittwoch stellten Staatsanwaltschaft und Polizei nun die einzelnen Ergebnisse der Razzia von Dienstag vor. Demnach haben die Einsatzkräfte bei 75 Durchsuchungen mehr als 3200 Gegenstände sichergestellt. Darunter sind 2900 Datenträger mit einem Speichervolumen von 40 Terabyte enthalten, berichten die Ermittler. Außerdem stellten sie mehr als 170 Mobiltelefone sicher. 37 Mobiltelefone konnten die Einsatzkräfte dank der taktischen Vorgaben im entsperrten Zustand sicherstellen.

In Ansbach nahm das Jugendamt einen 13-jährigen Jungen in Obhut, der sich in der Wohnung eines Beschuldigten aufhielt. Zu den Umständen des Aufenthalts des Jungen in der Wohnung dauern die Ermittlungen noch an. Im Miehlen in Rheinland-Pfalz stellten Ermittler zwei scharfe Pistolen und einen Revolver sowie Munition unterschiedlicher Kaliber sicher.

Die meisten Durchsuchungen gab es mit 21 Objekten in Nordrhein-Westfalen. In Bayern kam die Polizei zu 15 Wohnanschriften, in Niedersachsen waren es 13, in Baden-Württemberg 8, in Rheinland-Pfalz 7, in Hessen 5, in Sachsen 3. In Schleswig-Holstein, Brandenburg und Berlin wurde jeweils ein Objekt durchsucht. Bereits im vergangenen September wurden in zwölf Bundesländern 60 Anschriften von rund 50 Beschuldigten von rund 1000 Einsatzkräften durchsucht.

An 24 Wohnhäusern waren Spezialeinheiten und Kräfte der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten (BFE) aus NRW eingesetzt. Acht Diensthunde halfen beim Aufspüren versteckter Datenspeicher, berichten die Behörden. Einige der Beschuldigten lassen sich zu den Tatvorwürfen ein.

(top/mit dpa)