Maritim erteilt Björn Höcke Hausverbot für alle Hotels - auch in Köln

Parteitag: Hausverbot für Björn Höcke in allen Maritim-Hotels

Die Hotelgesellschaft Maritim hat dem umstrittenen AfD-Politiker Björn Höcke Hausverbot erteilt. Das Verbot gilt für alle Hotels der Kette. Damit darf Höcke nicht an dem AfD-Bundesparteitag teilnehmen, der im April im Kölner Maritim Hotel stattfindet.

Das bestätigte Gerd Prochaska, Geschäftsführer der Maritim Hotelgesellschaft, auf Anfrage unserer Redaktion. Das Hausverbot sei bereits am 10. Februar ausgesprochen worden.

Grund für das Verbot seien die Äußerungen Höckes über die Holocaust-Gedenkstätte in Berlin, die er am 17. Januar 2017 in einer Rede in Dresden als "Denkmal der Schande" bezeichnet hatte. "Wir haben bislang die Politik vertreten, allen Parteien und Organisationen, die sich im demokratisch legitimierten Spektrum bewegen, als Veranstaltungsort zur Verfügung zu stehen. Jedoch haben wir unter anderem dort Grenzen gezogen, wo andere wegen ihrer Herkunft, Rasse oder Religion diskriminiert wurden, wo der Holocaust geleugnet oder sonst die Gräuel des NS-Regimes in Abrede gestellt oder verharmlost wurden", erklärte Prochaska in einer Mitteilung.

Der AfD-Politiker Björn Höcke hat Hausverbot in allen Hotels der Maritim Gesellschaft. Foto: dpa, msc tba

Man verurteile die Äußerungen Höckes, die "absolut nicht vereinbar" seien mit der deutschen Geschichte und der Auffassung der Hotelkette eines internationalen, offenen Miteinanders. "Menschen unterschiedlicher Nationalitäten arbeiten bei uns und wir heißen sie tagtäglich in allen unseren Hotels herzlich willkommen", fügte Prochaska hinzu.

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Björn Höcke ist Thüringer Landesvorsitzender der AfD und auch in seiner eigenen Partei umstritten. Der Vorstand will ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn erwirken. Für seine fremdenfeindlichen Aussagen stand er schon länger in der Kritik. In seiner Rede auf einer Veranstaltung der Jungen Alternative am 17. Januar in Dresden hatte der Politiker unter anderem gesagt: "Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat."

Der Bundesparteitag der AfD soll am 22. und 23. April im Maritim Hotel in Köln stattfinden. Dagegen protestierten zunächst bekannte Gesichter aus dem Kölner Karneval wie Bläck Fööss, Brings oder Bernd Stelter, später schlossen sich die Bündnisse "Köln gegen Rechts" und "Kein Veedel für Rassismus" an und riefen zu Demonstrationen auf. Es soll Todesdrohungen gegen Maritim-Mitarbeiter gegeben haben. Studenten der Technischen Hochschule sagten ihren Abschlussball im Maritim ab. Prochaska sagte zu den Protesten: "Es ist nicht unsere Aufgabe, die AfD zu bewerten. Das liegt in der Verantwortung der Wähler am 24. September". Der Parteitag soll wie geplant in seinem Haus stattfinden.

(lsa)
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