Luftreinhalteplan in Köln tritt in Kraft - ohne Diesel-Fahrverbot

Umweltverschmutzung : Kölns Luftreinhalteplan tritt in Kraft - ohne Diesel-Fahrverbot

Wer am Clevischen Ring in Köln steht, der sollte eins besser nicht machen: tief durchatmen. Denn nirgendwo sonst in NRW ist die Luft so schlecht wie an dieser Durchfahrtstraße. Es werde aber besser, betonen die Behörden. Nun tritt ein Plan in Kraft für bessere Luft.

Obwohl ein Verwaltungsgericht Diesel-Fahrverbote in Köln angeordnet hat, verzichtet die zuständige Behörde weiterhin auf so eine drastische Maßnahme. Am heutigen Montag tritt ein neuer Luftreinhalteplan in Kraft, mit dem die Stadt ihre relativ hohe Luftverschmutzung mit alternativen Maßnahmen senken will. Die Busflotte soll erneuert werden und neue Ampeltechnik soll zu weniger Stop-and-Go im Straßenverkehr führen. Zudem soll der Nahverkehr attraktiver gemacht werden.Schilder für Parkplätze sollen verbessert werden, damit Autofahrer nicht lange suchen müssen und ihr Motor dabei nicht mehr Abgase ausstößt als nötig. Mit dem Inkrafttreten des Plans werden die Maßnahmen für die Stadt Köln verbindlich.

Die Luftverschmutzung in der Millionenstadt ist seit langem viel zu hoch. Laut EU-Grenzwert dürfen es im Schnitt nur 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter sein, an einigen Stellen der Stadt ist man von dieser Grenze weit entfernt. Am schlimmsten sieht es am rechtsrheinischen Clevischen Ring aus, dort wurden 2017 62 Mikrogramm gemessen. Ein Jahr später sank der Wert auf 59 Mikrogramm.

Nach Ansicht der Kölner Bezirksregierung ist dies ein positiver Trend, der sich auch künftig im ganzen Stadtgebiet fortsetzen wird. „Es sieht gut aus für Köln“, sagte eine Sprecherin dieses verlängerten Arms der Landesregierung. „Wir sind optimistisch, dass wir das ohne Fahrverbote hinbekommen.“

Im November hatte das Kölner Verwaltungsgericht das Land zu einem weiträumigen Fahrverbot in der Domstadt verdonnert. Das Land ging gegen das Urteil aber in Berufung, die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts steht noch aus - der Gang zu dieser höchsten Instanz in NRW hat aufschiebende Wirkung, daher konnte die Bezirksregierung die Fahrverbot-Anordnung bisher ignorieren. Vom Tisch sind Fahrverbote also nicht - trotz des neuen Luftreinhalteplans.

(mba/dpa)
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