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Köln: "Loverboy" festgenommen - 16-Jährige zur Prostitution gezwungen

Köln : "Loverboy" festgenommen - 16-Jährige zur Prostitution gezwungen

Ein 22-Jähriger hat sich als "Loverboy" innerhalb weniger Wochen das Vertrauen einer 16-Jährigen erschlichen und sie zur Prostitution gezwungen. Die Kripo Köln hat den gesuchten Menschenhändler am Donnerstag in Ossendorf festgenommen.

Ende März diesen Jahres lernte der 22-Jährige die Schülerin in einem Sportstudio in Köln kennen. Das Mädchen verliebte sich in den "charmanten", südländisch aussehenden Mann, der ihr eine Liebesbeziehung vorgaukelte. Sehr schnell brachte er die 16-Jährige auch unter Bedrohungen dazu, sich in seiner Wohnung zu prostituieren. Die Bezahlung musste das Opfer an ihren "Loverboy" abgeben. Das Mädchen vertraute sich schließlich einer Freundin an, wie die Polizei sagt.

Der Festgenommene, der über keine legalen Einkünfte verfügte, wurde bereits letztes Jahr wegen ähnlicher Taten zu einer Jugendfreiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Er sitzt seit Donnerstag in Untersuchungshaft. Ihm drohen Anklagen wegen Zuhälterei, Menschenhandel und Missbrauch von Jugendlichen.

"Loverboy" ist eine harmlos klingende Bezeichnung für junge Männer, die gezielt nach jungen Mädchen suchen, sie umschwärmen, beschenken und ihnen eine gemeinsame Zukunft versprechen. In der Folge manipulieren sie die verliebten Opfer, machen sie gefügig, isolieren sie von ihren Familien und führen sie der Prostitution zu, um von diesen Einnahmen zu leben.

Im vergangen Jahr gab es 17 Fälle von Menschenhandel in Köln, in drei der Fälle erschlich sich der Täter mit einer solchen Masche das Vertrauen der noch jungen Opfer. Da "Loverboy" kein Rechtsbegriff ist, sind die Grenzen teilweise jedoch fließend.

(irz)