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Köln: Lotsen auf dem Weg zum Wissen

Köln : Lotsen auf dem Weg zum Wissen

Die Stadtbibliothek Köln ist "Bibliothek des Jahres". Heute wird der "Sprachraum" eröffnet. Das ist ein frei zugänglicher Begegnungs- und Lernort. Er wird von Ehrenamtlichen in enger Abstimmung mit den Bibliotheksmitarbeitern betreut.

Für den "Mut zur Innovation und die klare Strategie" ist die Stadtbibliothek Köln zur "Bibliothek des Jahres 2015" gewählt worden. Am vergangenen Wochenende wurde die Auszeichnung überreicht. Wenige Tage später beweist das Team um Bibliotheksleiterin Hannelore Vogt, wie richtig die Entscheidung des Deutschen Bibliotheksverbandes war. Heute wird der "Sprachraum" eröffnet. Das ist ein frei zugänglicher Begegnungs- und Lernort für Menschen unterschiedlichster Herkunft - ein Treffpunkt für alle, die am interkulturellen Austausch interessiert sind und neue Ideen entwickeln wollen. Das Projekt wird in enger Anbindung zur Zentralbibliothek von ehrenamtlichen Helfern betreut.

Der "Sprachraum" wendet sich besonders an die zahlreichen Willkommensinitiativen, die sich im Bereich der Flüchtlingsarbeit engagieren. In Zusammenarbeit mit den Initiativen soll ein Veranstaltungsangebot entstehen. Dazu gehören zum Beispiel die aktive Vermittlung der Lernmöglichkeiten in der Bibliothek, niederschwellige Erstinformation, themenbezogene Beratungsangebote, Hausaufgabenhilfe sowie mehrsprachige Lesungen für Flüchtlingskinder.

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Der Raum kann sowohl für Gruppen als auch für die Einzelbetreuung durch ehrenamtliche Lernpaten genutzt werden. Er ist ausgestattet mit Gruppen- und Einzelarbeitsplätzen, einer Leselounge, einem Präsenzbestand mit Deutsch-Lernmaterialien, Alpha-Studio, PCs, Beamer sowie CD-Hörstationen. So bieten sich verschiedene Möglichkeit des gemeinsamen und individuellen Lernens.

Im Kölner Bibliothekssystem zeigt sich ein gewandeltes Bibliotheksbild, bei dem es nicht mehr nur um den Austausch von Medien geht. "Wir sehen uns als dritten Lebensraum neben dem eigenen Zuhause und dem Arbeitsplatz oder der Schule", sagt Hannelore Vogt. Sie und ihr Team verstehen sich als Informationslotsen in einer Bibliothek, die den Besuchern den Weg zum Wissen ebnen möchten.

"Wir sind in vielen Bereichen ,First Mover'. Das heißt, wir probieren Dinge aus, die es sonst noch nirgendwo gibt", sagt Bettina Scheurer aus dem Bereich Projektmanagement. "Wir bemühen uns, Trends aufzuspüren und diese möglichst rasch umzusetzen. Wir möchten schnell auf die Bedürfnisse unserer Kunden reagieren", ergänzt Kommunikationsleiterin Judith Petzold. Das geschieht zum Beispiel in der "Digitalen Werkstatt". Unerfahrene Computernutzer lernen in Workshops vom Einstieg ins Online-Shopping über den Umgang mit Smartphone-Apps bis zur Anwendung von Skype, Podcasts, Facebook, Dropbox und Twitter alles, um sich in der digitalen Welt bewegen zu können.

Für technikaffine Erwachsene dreht es sich beim Format "geeks@cologne" um neue Technologien, Webkultur und den Nerdfaktor. Beim "TravelSlam" wird die Bibliothek zu einer Art Travel-Lounge, in der pro Abend drei Abenteurer mit ihren Reisegeschichten um die Gunst des Publikums konkurrieren. Es gibt Angebote für Zuwanderer und Lernstudios für Menschen, die nicht lesen und schreiben können.

Nicht zu vergessen der vor gut zwei Jahren eingerichtete "Makerspace" im vierten Stock der Zentralbibliothek. "Die Zeiten des einsamen Tüftlers in der Garage oder im Keller sind vorbei. Die Akteure möchten kreativ werden und ihr Wissen mit anderen teilen. Dazu nutzen sie innovative Technik und IT-Wissen. Wir bieten diesen Machern den Ort, die nötige Hardware und etliche Workshops", sagt Hannelore Vogt.

(RP)