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Köln: Licht aus bei "Pegida" - Dompropst erhält beleidigende E-Mails

Köln : Licht aus bei "Pegida" - Dompropst erhält beleidigende E-Mails

Kölns Dompropst Norbert Feldhoff verteidigt seinen Plan, während der ersten Kölner "Pegida"-Demonstration am Montag die Beleuchtung des Doms abzuschalten. Feldhoff hatte E-Mails bekommen, in denen die Schreibenden ihm vorschlugen, ins Altenheim zu gehen. Auch Kirchenaustritte seien angekündigt worden.

Gerade die überraschend negativen Reaktionen bis hin zu Kirchenaustritten hätten ihn darin bestätigt, "dass es richtig war, so zu handeln", sagte er dem Kölner "Domradio" am Freitag. Nur durch solche Aktionen könne man die Augen der Menschen öffnen.

Dompropst Feldhoff bezeichnete die "Pegida"-Bewegung als "eine außerordentlich gemischte Versammlung". Mit dabei seien auch "wohlmeindende, besorgte Bürger, darunter auch gute Katholiken", so Feldhoff. Allerdings reiche das Spektrum bis hin zu Populisten und Rechtsextremen. Diese "komplexe Mischung" sei das eigentlich Kritische. Seine These sei: "Ein K.o.-Tropfen in dem besten Getränk vergiftet das ganze Getränk", sagte der Dompropst. Die Aktion des Domkapitels sei gemeint als Aufruf: "Folgen Sie denen nicht."

Feldhoff berichtete unter anderem von E-Mails, in denen er aufgefordert worden sei, ins Altenheim zu gehen. In anderen hätten Bürger ihre Empörung etwa über versuchte Einflussnahmen ausländischer Eltern in Kindergärten berichtet. Unter den Mitläufern gebe es sicher besorgte Menschen, die sich vor Überfremdung fürchteten. Auch seien darunter Menschen, "die aktiv in der Kirche mitmachen, die aber nicht sehen, wie diese ihre Sorgen durch diese größere Bewegung, die extrem orientiert ist, missbraucht werden".

Der Dompropst sagte, er habe zunächst allein die Entscheidung zur Aktion getroffen, aber nachträglich volle Unterstützung von Kardinal Rainer Maria Woelki und den Mitbrüdern im Domkapitel erhalten. Der Kölner Dom werde bei vielen Demonstrationen als Kulisse genutzt, um in die Medien zu kommen. Was am Kölner Dom geschehe, habe dabei eine höhere internationale Aufmerksamkeit als etwa Aktionen in der Dresdner Semperoper.

"Deshalb haben wir uns entschlossen, das Licht auszuschalten." Eine breite gesellschaftliche Diskussion könne die Aktion aber keinesfalls ersetzen. Sorgen und Ängste der Bürger müsse man sehr ernst nehmen. Dafür aber seien die verschiedenen kirchlichen Gruppierungen und politischen Parteien gefordert.

Das Domkapitel hatte angekündigt, während der nächsten Demonstration der "Pediga"-Bewegung am Montag in Köln die Beleuchtung des Doms abzuschalten. Dafür hatte es überwiegend Lob und Anerkennung von Vertretern aus Politik und Gesellschaft gegeben.

Für den geplanten "Kögida"-Marsch am Montag mit mehreren Gegendemonstrationen rechnet die Polizei mit erheblichen Verkehrsbehinderungen im Stadtteil Deutz. Vermutlich werde die Deutzer Brücke vorübergehend gesperrt werden müssen, sagte ein Polizeisprecher unserer Redaktion.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Pegida in der Bonner Innenstadt

(KNA/vpa)