Razzien in Köln Korruptionsverdacht bei Wohnungsvergabe an Flüchtlinge

Köln · Die Polizei hat Wohnungen und Geschäftsräume in Köln wegen des Verdachts auf Korruption durchsucht. Mitarbeiter einer Wohnungsgesellschaft und eine Mitarbeiterin der Stadt sollen Wohnungen gegen Bestechungsgelder an Flüchtlinge vergeben haben.

Durchsucht wurden am Mittwoch die Wohnung eines 32-Jährigen und zweier Frauen, 51 und 53 Jahre alt. Außerdem durchforsteten Ermittler die Büroräume der Verdächtigen bei der Stadt Köln und einer Wohnungsbaugesellschaft. Gegen das Trio besteht laut Staatsanwaltschaft der Verdacht der gewerbsmäßigen Bestechlichkeit und der Bestechung.

Der Mann und die Frauen sollen Wohnungen des betroffenen Immobilienunternehmens gegen Zahlung von Bestechungsgeldern an Flüchtlingsfamilien vergeben haben. Die Summen sollen an den Wohnungsvermittler, die zuständigen Sachbearbeiterinnen bei der Stadt Köln sowie die Wohnungsbaugesellschaft geflossen sein. Polizei und Staatsanwaltschaft wollen mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen keine Details zum Verfahren mitteilen.

Pro vermittelter Wohnung sollen 3000 Euro gezahlt worden sein. Der 32 Jahre alte Mann und die 53-Jährige sind dem Bericht zufolge Mitarbeiter des städtischen Immobilienunternehmens GAG, die 51 Jahre alte Frau Mitarbeiterin des Amts für Wohnungswesen.

Stadt Köln leitet Untersuchung ein

Wie die Stadt Köln am Mittag schriftlich mitteilte, hat das zuständige Personaldezernat der Stadt eine Untersuchung gegen die 51-jährige Mitarbeiterin des Amtes für Wohnungswesen eingeleitet. Die Mitarbeiterin werde mit sofortiger Wirkung freigestellt. Weitere arbeitsrechtliche Maßnahmen würden geprüft.

Die Stadtverwaltung werde die Vorgänge zum Anlass nehmen, die Maßnahmen, die sie zur Verhinderung solcher Vorgänge trifft, zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen, hieß es.

(sef)
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