Köln: Kölns SPD droht Desaster bei OB-Wahl

Köln : Kölns SPD droht Desaster bei OB-Wahl

Die CDU in Köln wird Mittwochabend auf einer Mitgliederversammlung beschließen, die parteilose Sozialdezernentin Henriette Reker bei der Oberbürgermeisterwahl zu unterstützen. Es wird mit einem breiten Votum der Parteibasis gerechnet, nachdem sich auch CDU-Landeschef Armin Laschet für Reker ausgesprochen hat.

Pikant: Die Grünen hatten sich zuerst für die Beigeordnete entschieden. Allerdings lehnt es Reker ab, auf dem Ticket von einer Partei oder zweien zu kandidieren. Deswegen werden die Wahlplakate wohl nur die Kandidatin zeigen, jedoch keinen Parteiaufdruck tragen.

Während bei CDU und Grünen die Wahlvorbereitungen mit der Nominierung Rekers die wichtigste Hürde nehmen, gibt die Kölner SPD weiterhin Rätsel auf, wer sich für sie um die Nachfolge von Amtsinhaber Jürgen Roters (SPD) bewirbt. Man wolle dies "ganz in Ruhe" angehen und erst Anfang Februar die Entscheidung bekanntgeben, sagte der Vorsitzende der Kölner SPD, Jochen Ott, unserer Zeitung und fügte hinzu: "Wir werden am Ende ein gutes Angebot machen." Ott könnte ebenso Kandidat werden wie der Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Martin Börschel. Dass es noch einen weiteren Namen gebe, schloss Ott aus. Sie beide hätten von den Parteigremien den Auftrag erhalten, sich zu verständigen, und das werde auch geschehen.

Für die SPD ist es angesichts der Unterstützung von Henriette Reker durch CDU und Grüne überaus fraglich geworden, ob sie sich am 13. September mit ihrem Kandidaten durchsetzen kann. Die Kölner Grünen sind stark; sie haben bei der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 19,5 Prozent erreicht; die Union kam auf 27,2 Prozent. Die SPD erreichte 29,4 Prozent. Wenn die Bürger am Wahltag ähnlich abstimmen (und es bei zwei Kandidaten bleibt), könnte es gut sein, dass Reker die notwendige Mehrheit von 50 Prozent plus x locker erreicht.

Die Aussichten für die SPD sind jedenfalls recht düster; ihr droht ein Desaster. Hat Favorit Börschel die Lust an einer Kandidatur verloren? Ott findet es "bemerkenswert, wer so alles Gerüchte in die Welt setzt". Sagen will er dazu nichts: "Wir haben bisher Gerüchte nicht kommentiert, und das bleibt auch so."

(RP)
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