Kölner Zoo zeigt erstmals männliches Erdferkel "Dobby" aus England

Neuzugang „Dobby“ aus England : Kölner Zoo zeigt erstmals männliches Erdferkel

Sein Name ist „Dobby“, er ist nicht gerade eine Schönheit, kann aber mit seinen Schaufelbeinen mühelos Termitenbauten umgraben: Der neue Erdferkel-Mann im Kölner Zoo soll nun für Nachwuchs sorgen.

„Dobby“ ist der erste Erdferkel-Mann, der im Kölner Zoo lebt. Er soll schon bald mit Erdferkel-Dame „Himba“ Nachwuchs züchten, wie der Zoo mitteilt. Der Neuzugang ist zweieinhalb Jahre alt und kam aus dem ostenglischen Zoo Kessingland nach Köln. „Erdferkel sind in jeglicher Hinsicht sehr ungewöhnliche Tiere“, heißt es in der Mitteilung. Als einzige Vertreter einer eigenen Ordnung und Familie der Säugetiere, der sogenannten Röhrenzähner, sind sie in ihrer Verbreitung auf den afrikanischen Kontinent beschränkt.

Mit ihren kraftvollen und schaufelartig bekrallten Vorderbeinen graben sich Erdferkel mühelos in Termitenbauten und Bodennester von Ameisen, von denen sie sich hauptsächlich ernähren. Durch ihren hervorragenden Geruchssinn finden sie ihre Beute, wobei lange Haare in den Nasenöffnungen der langgezogenen Schnauze gegen das Einatmen von zu viel Staub schützen. Einmal freigelegt, lecken Erdferkel die Ameisen und Termiten zu Tausenden mit ihrer 30 Zentimeter langen und klebrigen Zunge auf.

Dobby soll nun mit Himba (hinten im Bild) für Nachwuchs sorgen. Foto: Zoo Köln/Werner Scheurer

Das Erdferkel ist ein kompakt gebautes Tier. Es besitzt einen kräftigen Leib mit markant aufgewölbtem Rücken, einen verhältnismäßig kleinen Kopf und einen langen Schwanz. Die Ohren sind tütenförmig und ihre Körper größtenteils nur leicht behaart. Dies hat ihnen den Vergleich mit Schweinen eingebracht. Erdferkel sind jedoch eher mit Elefanten, Seekühen, Schliefern und Rüsselspringern verwandt als mit den Paarhufern.

Die Tiere leben im Freiland meistens allein und sind nachtaktiv. Sie lassen sich im Zoo auf „Aktivitätsphasen“ am Morgen und am Abend lenken und in kleinen Gruppen halten. Im Freiland schlafen Erdferkel tagsüber in selbst gegrabenen Erdhöhlen. Im Kölner Zoo schlafen sie in einer künstlich gebauten Höhle, Besucher können durch eine Scheibe schauen. In Deutschland werden nur in drei weiteren Zoos Erdferkel gehalten: in Berlin, Frankfurt und Saarbrücken. Erdferkel können in Zoos bis zu 30 Jahre alt werden.

(hsr)