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Kölner Stadtarchiv: 96 Prozent der Dokumente wieder nutzbar

Sechs Jahre nach dem Einsturz : Fast alle Schätze des Kölner Stadtarchivs wieder nutzbar

Vor sechs Jahren stürzte das Kölner Stadtarchiv ein - zurück blieb ein Krater voller Schutt. Dennoch sind heute 96 Prozent der geborgenen Archivalien potenziell wieder nutzbar. Die Leiterin spricht von einem "Riesenerfolg".

Wer noch den Trümmerkrater nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs im Kopf hat, kann es kaum glauben: Sechs Jahre später sind fast alle Dokumente potenziell wieder nutzbar.

Wenn ein Nutzer ein bestimmtes Dokument anfragt, wird die Restaurierung dieses Stücks gleichsam "auf der Überholspur" vorgezogen und nach drei bis vier Monaten zur Verfügung gestellt - analog oder digital. Allerdings gibt es dafür noch Einschränkungen: So müssen sich die Archivdokumente in Köln befinden - etwa die Hälfte ist aber noch an anderen Standorten untergebracht. Erst 2019 soll der Neubau des Stadtarchivs fertig werden. Außerdem müssen die Archiv-Mitarbeiter jeweils wissen, wo sich das Dokument befindet.

Die Leiterin des Archivs, Bettina Schmidt-Czaia, sprach am Montag gleichwohl von einem "Riesenerfolg". "Ich glaube, damit konnte niemand vor sechs Jahren rechnen", sagte sie. Sie erinnerte daran, dass sie schon wenige Monate nach dem Einsturz gesagt habe, es sei "alles noch irgendwie da". Dafür sei sie damals verlacht worden, doch inzwischen sehe sie sich voll bestätigt. Die Zahl der Nutzer sei in letzter Zeit denn auch rapide angestiegen.

Nur vier Prozent der geborgenen Archivalien sind demnach so stark beschädigt, dass ohne eine weitergehende, aufwendigere Restaurierung keine Nutzung möglich ist. Geborgen worden war fast der gesamte ursprüngliche Bestand des größten deutschen Kommunalarchivs: Nur fünf Prozent gelten als verloren.

Bei dem Einsturz am 3. März 2009 waren zwei Menschen ums Leben gekommen, der Schaden wird auf mehr als eine Milliarde Euro geschätzt. Angenommen wird, dass Bauarbeiten für eine U-Bahn-Haltestelle den Einsturz verursacht hatten.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Stadtarchiv Köln: So sieht die Einsturzstelle sechs Jahre danach aus

(lnw)