Kein Karneval mehr in Kölner Kult-Kneipe "Oma Kleinmann" klagt über zuviele „nackte Ärsche“

Köln · Nach dem Chaos auf der Zülpicher Straße in Köln am 11.11. zieht das Team von „Oma Kleinmann“ die Reißleine. Man habe Angst um Mitarbeiter und Gäste gehabt, so gehe es nicht weiter. Und klagt mit äußerst deftigen und deutlichen Worten über Exzesse in den vergangenen Jahren.

Fotos: Karnevalsauftakt am 11.11. im Zülpicher Viertel in Köln
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Karnevalsauftakt am 11.11. im Zülpicher Viertel in Köln

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Foto: dpa/Henning Kaiser

Die nicht nur bei Kölnern beliebte Kneipe „Bei Oma Kleinmann“ an der Zülpicher Straße im Kwartier Latäng hat ihren Abschied vom Karneval beschlossen. Nach „fast 20 Jahren [...] schönster Karnevalsfeierei“ werde die Gaststätte kein Fastelovend mehr ausrichten. Die Betreiber begründen ihre Entscheidung mit der massiven Überfüllung des Stadtviertels am vergangenen 11.11. und den damit verbundenen Schwierigkeiten für Gäste und Personal, die Kneipe zu erreichen.

„Unsere Nachbarn kommen mit ihren Familien nicht mehr in ihre Wohnungen – oder nicht mehr hinaus“, heißt es in einer Mitteilung auf der Internetseite der Kneipe. Kinder und ältere Bewohner seien in heller Panik oder in Tränen aufgelöst gewesen. Auch habe man Angst gehabt, Mitarbeiter in dieser Lage nach Hause zu schicken.

Die Mitteilung wird in Teilen sehr konkret: „Mehr nackte Ärsche und Geschlechtsteile, als man am Tag so vertragen kann, beim urinieren, kopulieren, koten. Polizisten und Ordnungsamt im Dauereinsatz, verzweifelte Mädels und Jungs die darum betteln, auf Toilette gehen zu können.“

Die Betreiber machen zudem der Stadt und den Organisatoren schwere Vorwürfe. Versprechen über Runde Tische im Vorfeld des 11.11. seien nicht erfüllt, Anliegen nicht gehört worden. Auch seien die Gastronomen erst „ein paar Tage“ vor der Veranstaltung über Details und Pläne informiert worden. „Ihr müsst etwas tun. Mehr tun. [...] Die Masse muss gelenkt und reguliert werden. Von Profis!“, lautet die deutliche Forderung.

Abschließend möchte das Team die Hoffnung zwar nicht aufgeben, sagt aber deutlich: „Aber bei Ballermann machen wir nicht mit!“

(albu)
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