Kölner Koch Habib K. soll abgeschoben werden

Drohende Abschiebung eines Kölner Kochs : "Uns wird unfassbar viel Hilfe angeboten"

Die Nachricht über die Abschiebung des 24-jährigen Habib K. nach Bangladesch empört viele. Er lebt seit seit vier Jahren in Deutschland und arbeitet als Chefkoch in einem Kölner Restaurant. Seine Chefs setzen alles daran, dass er bleiben kann.

Zwei Tage, nachdem das Kölner Gasthaus "Bagatelle im Marienbildchen" in Lindenthal auf Facebook bekannt gemacht hat, dass Chefkoch Habib K. nach Bangladesch abgeschoben werden soll, kommt Restaurant-Chef Daniel Rabe kaum noch vom Telefon weg. "Uns wird unfassbar viel Hilfe angeboten", sagt er. Lokalpolitiker hätten ihn angerufen, aber auch Bundestagsabgeordnete, die mit Köln verbunden seien.

Habib K. selbst sei "ziemlich aufgeregt". Der 24-Jährige hatte zwischendurch von Bekannten die Nachricht bekommen, er könne jetzt ja offenbar doch bleiben. "Das war aber leider eine Falschmeldung", sagt Rabe.

Anja Roth ist Sprecherin des Rhein-Sieg-Kreises, wo Habib K. in Siegburg zuletzt gemeldet war. Sie sagt: "Die Ablehnung seines Asylantrags ist rechtskräftig, nachdem er 2014 abgelehnt wurde." Der Koch sei trotzdem "nicht akut von Abschiebung bedroht", da er Dokumente eingereicht habe, die derzeit geprüft würden. Habib K. hatte gegen die Ablehnung geklagt, das Oberverwaltungsgericht in Münster hat diese Klage aber abgewiesen. Sein Heimatland gelte inzwischen als sicheres Herkunftsland. Habib K. gehört nach eigenen Angaben zu der Volksgruppe der Bihari, die in Bangladesch unterdrückt wird. Die Gerichte hatten das aber offenbar bezweifelt.

Seine Chefs versuchen nun, unter anderem dem Ausländeramt in Siegburg klar zu machen, wie wichtig der 24-Jährige für ihren Betrieb ist. "Neben dem menschlichen Verlust wäre die Abschiebung von Habib K. auch für unser Unternehmen ein Desaster", heißt es in einem Schreiben, das auch an einen Landtagsabgeordneten ging.

Der Link auf der "Bagatelle"-Facebook-Seite wurde mehr als 6000 Mal geteilt. Daniel Rabe sagt: "Nach der Ablehnung seines Asylantrags sind viele Wege schwerer als vorher - ein festes Arbeitsverhältnis reicht da leider nicht." An Ideen von Helfern mangelt es nicht, sogar Heiratsangebote waren darunter. "Wir prüfen jetzt alle Ideen und schauen, was wirklich Sinn macht", sagt Rabe.

(hsr)
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