Köln: Zwei Schulen nach Amokalarm in Köln geräumt

Falscher Amokalarm in Kölner Schulzentrum : „Meine Tochter hat sich unter dem Tisch versteckt“

Polizisten mit Maschinenpistolen, eingeschlossene Schüler und eine Evakuierung: Der Fehlalarm an einer Kölner Gesamtschule hat am Freitag Schüler, Eltern und Lehrer in einen großen Schrecken versetzt. Umso größer war am Ende die Erleichterung.

Im Gänsemarsch kommt eine Gruppe Zweitklässler vom Gelände der Gesamtschule Ferdinandstraße in Köln-Mülheim, die Mädchen und Jungen werden flankiert von Polizisten. Mütter stehen angespannt am Rand, ihre Blicke suchen die Reihen ab. Erblickt eine der Frauen ihr Kind, hellt sich ihr Gesicht auf und sie läuft los, um es an sich zu drücken, Tränen fließen. „Es geht allen gut“, sagt eine Lehrerin.

Es war kurz nach 10 Uhr, als am Freitag eine Alarmierung aus der Schule bei der Polizei einging. „Wir mussten davon ausgehen, dass eine konkrete Gefahrensituation bestehen könnte“, sagte ein Sprecher der Polizei vor dem Schulgebäude. „Wir haben deshalb sofort starke Kräfte zusammengezogen und Spezialeinheiten alarmiert, die nun die Schule Klassenzimmer für Klassenzimmer durchsuchen und die Schüler geschlossen und sicher aus dem Gebäude bringen.“ Auf Twitter hatte die Polizei erst von einer Bedrohungslage, dann von einem „Amokalarm“ gesprochen. Wie sich am Nachmittag herausstellte, hatte eine Lehrkraft die 110 gewählt, nachdem der akustische Amokalarm des Schulzentrums ausgelöst hatte.

Nachdem es bei der Durchsuchung der Gebäude keine Hinweise auf Verletzte gab, vermeldete die Polizei um 13.23 Uhr auf Twitter: „Durchsuchung des Schulkomplexes abgeschlossen. Hinweise auf Fehlalarm – keine Gefahrenlage.“ Es habe zu keiner Zeit eine Bedrohungssituation gegeben, sagte ein Sprecher später.

Da die Grund- und die Gesamtschule in der Nähe der Messehallen liegen, brachte die Polizei zunächst alle Klassen in das Congresszentrum, wo sie von der Feuerwehr und dem schulpsychologischen Dienst betreut wurden. „Es gibt keine verletzten Personen“, teilte auch die Stadt Köln am frühen Nachmittag mit. Vier Kinder mit Kreislaufproblemen wurden versorgt, sie mussten aber nicht ins Krankenhaus. Mehr als 1000 Kinder und Jugendliche sind Schüler der beiden Schulen.

Auch Shoren al Omar wartete direkt vor der Schule. „Mein Sohn und meine Tochter sind hier in der Grundschule“, sagte sie. „Ich bin heute etwas früher zum Abholen gekommen, weil beide ein wenig kränkeln.“ Und dann habe sie die vielen Streifenwagen und Polizisten gesehen. Sie wirkte wie alle Eltern aufgewühlt. Ein Vater erzählte, seine Tochter habe ihn aus der Schule angerufen. „Sie versteckte sich im Klassenzimmer unter dem Tisch“, sagte er. „Ich bin dann gleich zur Schule gefahren.“ Dass die Kinder sich im Klassenzimmer verschanzen sollten, ist offenbar Teil des Einsatzkonzeptes bei einem Amokalarm, das Polizei und Schule miteinander vereinbart haben.

Warum der Alarm in der Schule ausgelöst wurde, muss die Polizei nun ermitteln.

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