Köln: Verfahren gegen Müllwagenfahrer wegen fahrlässiger Tötung eingestellt

Siebenjähriger aus Köln tot : Verfahren gegen Müllwagenfahrer wegen fahrlässiger Tötung eingestellt

Ein Müllwagenfahrer, der einen siebenjährigen Jungen überfahren haben soll, stand am Mittwoch wegen fahrlässiger Tötung vor dem Kölner Amtsgericht. Laut Richterin handelte es sich um einen tragischen Unfall.

Laut Anklage hatte er das Kind beim Rechtsabbiegen übersehen. Der Junge war in Köln mit dem Fahrrad auf dem Gehweg neben der Straße unterwegs. Er wurde von den Hinterrädern des Müllautos überrollt und starb noch am Unfallort.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, den Tod des Siebenjährigen durch Unachtsamkeit verursacht zu haben. Der Unfall sei vermeidbar gewesen, da das Kind vor der Kollision für 3,5 Sekunden im Seitenspiegel des Lkw erkennbar gewesen sei.

Der Angeklagte räumte den Unfall über seinen Verteidiger ein. Sein Mandant habe den Jungen nicht gesehen, sagte der Anwalt. Der 38-Jährige, der die Verlesung der Anklageschrift mit gesenktem Kopf verfolgte, sei seit dem Unfall krankgeschrieben und in psychologischer Behandlung.

Der Unfall vom 28. Mai 2018 hatte überregional für Bestürzung gesorgt und die Diskussion um den Einbau von Abbiege-Assistenten in Lastwagen neu entfacht.

Nach der Anhörung gab es ein sogenanntes Rechtsgespräch zwischen Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Gericht. Danach verkündete die Amtsrichterin, dass das Verfahren gegen den Fahrer eingestellt wird. „Es handelt sich um ein tragisches Unfallgeschehen“, sagte sie.

(hsr/skr/dpa)
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