Köln: Sexueller Missbrauchsvorwurf gegen früheren Erzieher in Kita

Strafanzeige bei Staatsanwaltschaft : Missbrauchsvorwurf gegen ehemaligen Erzieher in Kölner Kita

Ein ehemaliger Erzieher einer katholischen Kindertagesstätte in Köln wird beschuldigt, ein Kind sexuell missbraucht zu haben. Die Kölner Staatsanwaltschaft bestätigte den Eingang der Strafanzeige.

Die Kölner Staatsanwaltschaft bestätigte, dass die Eltern eines Kindes aus einer Kölner Kindertagesstätte Strafanzeige gegen einen früheren Erzieher gestellt haben. „Weitere Strafanzeigen gegen den Mann liegen bislang nicht vor“, sagte Staatsanwältin Natalie Neuen. „Die Ermittlungen dauern an.“ Details zum Ermittlungsstand nennt die Kölner Staatsanwaltschaft derzeit nicht. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ hatte zuerst berichtet.

„Uns ist bekannt, dass gegen einen ehemaligen Mitarbeiter der Kindertagesstätte eine Strafanzeige vorliegt“, bestätigte auch Thomas Klimmek, Sprecher des Erzbistums Köln. Demnach war der Beschuldigte vom 1. Januar bis 30. Juni 2018 in einem Probe-Arbeitsverhältnis in der Kita tätig. Zuvor hatte er bereits vom 1. März bis 31. Dezember 2017 über eine Zeitarbeitsfirma dort gearbeitet.

Bekannt wurde der Vorfall Ende August, als der Vater eines Kita-Kindes bei der Stabsstelle Intervention des Erzbistums Köln den Verdacht äußerte, sein Kind sei von einem ehemaligen Mitarbeiter sexuell missbraucht worden. Genauere Angaben zum Erzieher oder der Einrichtung wollte der Mann zum damaligen Zeitpunkt nicht machen, berichtete Klimmek. Anfang September erstattete er dann Anzeige.

„Am 14. September erreichte uns ein anonymes Schreiben, in dem schwere Anschuldigungen erhoben wurden“, erzählte Klimmek. Demnach sei der Mitarbeiter wegen sexuellen Missbrauchs bereits aus einem früheren Arbeitsverhältnis gekündigt worden und habe bei seiner Anstellung kein erweitertes Führungszeugnis vorgelegt. „Beide Behauptungen sind falsch“, stellte Klimmek klar. „Die Führungszeugnisse für 2017 und 2018 enthielten keine Einträge.“

Das Erzbistum Köln beendete die Zusammenarbeit mit dem Erzieher noch in der Probezeit. Nach Angaben des Erzbistums gab es allerdings „zu keinem Zeitpunkt“ Hinweise, dass der Mitarbeiter sich Kindern gegenüber in „sexuell grenzverletzender Art“ verhalten hätte - weder aus der Elternschaft noch aus dem Kollgenkreis. Die Kündigung erfolgte aufgrund von „Lücken im Lebenslauf“ und „Unstimmigkeiten“, sagte Pfarrer Thomas Iking dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Die Eltern hätten verständnislos auf die Entscheidung reagiert und eine Abschiedsfeier organisiert, sagte Klimmek.

Nach Angaben des Erzbistums Köln liegen bis heute „keinerlei Hinweise“ vor, die den Vorwurf bestätigen. „Wir nehmen die Anschuldigungen trotzdem sehr ernst“, sagte Klimmek. Über den derzeitigen Aufenthaltsort des ehemaligen Mitarbeiters sei nichts bekannt.

(mba)