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Köln: Rhein-Energie stellt Tunnelbaumaschine vor

Taufe einer Tunnelbohrmaschine am Kölner Rheinufer : Marie-Polly gräbt sich unter dem Rhein durch

Köln: Bohrer gräbt Düker von Poll nach Marienburg

Eine riesige Maschine soll einen Tunnel unter dem Rhein in Köln graben. Bei dem Millionenprojekt geht es um die Trinkwasserversorgung in der Stadt, die weiter wächst.

Marie-Polly also. Es hat Tradition, dass der Kölner Energieversorger Rhein-Energie seinen gewaltigen Tunnelbohrern nach alter Bergbau-Manier Frauennamen gibt: Marion war es, die sich 2015 beim Bau eines Fernwärmetunnels unter dem Rhein hindurch von Niehl nach Mülheim grub. Mit einer Flasche Schampus wurde nun in Köln-Poll eine weitere Tunnelbohrmaschine auf den Namen Marie-Polly getauft – in Anlehnung an die Kölner Stadtteile Marienburg und Poll. Der Arbeitsauftrag der fast 40 Tonnen schweren Dame: Sie gräbt sich ab dem Wochenende unter dem Rhein hindurch, eineinhalb Monate lang, Tag und Nacht, an sieben Tagen in der Woche.

Die Rhein-Energie will mit dem Düker, dem Leitungstunnel, eine reguläre Verbindung zwischen dem links- und dem rechtsrheinischen Trinkwassernetz schaffen – die gibt es bislang nicht. „Wir wollen damit die Trinkwasserversorgung für die nächsten Jahrzehnte sicherstellen“, sagt Netzvorstand Andreas Cerbe auf der Baustelle am Rheinufer. Hintergrund ist auch, dass die Stadt immer weiter wächst.

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Kosten von 15 Millionen Euro

Mit einer Antriebskraft von 315 Kilowatt macht der Bohrer 24 Meter in 24 Stunden, wie Bauleiter Jonathan Trosdorff erklärt. Mehrere Arbeiterkolonnen überwachen die Baustelle, die zwölf Meter unter dem 22 Meter tiefen Fluss liegt. „Eine Baustelle dieser Größenordnung ist eine besondere Herausforderung“, sagt der 33-Jährige. Wenn alles nach Plan läuft, kommt Marie-Polly Ende Juli an der Bismarcksäule am Bayenthalgürtel wieder ans Tageslicht. Um den Tunnel zu stabilisieren, werden Stahlbetonrohre in den Boden gepresst. „Der Düker wird dann verfüllt, für Besucher wird er später nicht zugänglich sein“, sagt Trosdorff.

Bis die beiden Trinkwassernetze miteinander verbunden sind, dauert es allerdings noch: Im Rechtsrheinischen wird gerade die drei Kilometer lange Trasse der Trinkwasser-Transportleitung gebaut, von den Poller Wiesen bis zum Wasserwerk Westhoven. Ende 2019 können die beiden Netze links- und rechtsrheinisch verbunden werden – und das Trinkwasser durch den Düker von Poll nach Bayenthal fließen. Dort ist schon eine Leitung verlegt worden. Das gesamte Bauprojekt kostet 15 Millionen Euro.