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Köln: Pferde und Kutschen auch 2019 im Rosenmontagszug

Entscheidung des Festkomitees : Im Kölner Rosenmontagszug wird es weiterhin Pferde geben

Im Kölner Rosenmontagszug wird es auch in Zukunft Pferde und Kutschen geben. Dies hat das Festkomitee Kölner Karneval nun bekannt gegeben. Mehrere Pferde waren in diesem Jahr im Zug durchgegangen, es gab Verletzte - und viel Kritik.

Mehrere Pferde an einer Kutsche sind während des Rosenmontagszugs im Februar in Köln durchgegangen. Fünf Menschen wurden verletzt, vier von ihnen schwer. Trotzdem will das Festkomitee Kölner Karneval an der Tradition festhalten, Pferde im Zug mitgehen zu lassen.

Das hat das Festkomitee Kölner Karneval nach „mehrmonatigen Untersuchungen eines Vorfalls beim Rosenmontagszug 2018 durch die Polizei und externe Gutachter“ nun bekannt gegeben, wie es in einer Mitteilung heißt. Es soll „eine ganze Reihe von Maßnahmen ergriffen werden“, die das Stressniveau der Tiere weiter reduzieren sollen. Verstöße gegen diese Maßnahmen würden einen Ausschluss der betroffenen Tiere und eine weitere Reduzierung der Pferdeanzahl bedeuten. Bereits im Jahr 2018 hätten über 100 Pferde weniger teilgenommen als im Vorjahr.

Zugleiter Alexander Dieper ist davon überzeugt, dass die Kutschenpferde durchgegangen sind, weil eines erschreckt worden war. „Auch wenn keine Täter festgestellt werden konnten, müssen wir davon ausgehen, dass ein Wurfgeschoss ursächlich für das Durchgehen der Pferde und damit auch für die Verletzungen der Zugteilnehmer war“, sagt er. Fest steht das nicht: Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in dem Fall sind noch nicht abgeschlossen, wie eine Sprecherin am Mittwoch sagte.

Man habe auch darüber nachgedacht, Pferde künftig komplett aus dem Zug zu nehmen. „Das wäre natürlich das scheinbar einfachste gewesen”, sagt Dieper. „Doch bei näherer Betrachtung ist es nicht nur die fast 200 Jahre alte Tradition, die gegen ein Pferdeverbot spricht.“ Einige der dem Festkomitee angeschlossenen Gesellschaften könnten praktisch nicht mehr am Rosenmontagszug teilnehmen, weil sich das gesamte Vereinsleben um die Pferde drehe. Diesen Gesellschaften ihre Existenzgrundlage zu nehmen, halte das Komitee für falsch.

Aus den Reihen der Reiterkorps hätten das Festkomitee auch einige konstruktive Vorschläge erreicht, die den Zugweg für Pferde und Reiter stressfreier gestalten sollen. „Sie wurden geprüft und in die beschlossenen Maßnahmen mit aufgenommen.“

Tierschützer pochen seit Jahren auf ein Verbot von Pferden im Karneval.