Köln: Neuer Prozess zum Einsturz des Stadtarchivs

Neuer Prozess zum Einsturz des Kölner Stadtarchivs : Ehemaliger Oberbauleiter muss sich vor Gericht verantworten

Der ehemalige Oberbauleiter des Kölner U-Bahn-Ausbauprojekts muss sich seit Donnerstag vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, „Leib und Leben“ von Anwohnern und Passanten gefährdert zu haben.

Vor dem Landgericht Köln hat am Donnerstag ein neuer Prozess gegen einen mutmaßlichen Mitverantwortlichen für den Einsturz des Stadtarchivs vor neuneinhalb Jahren begonnen. Dem ehemaligen Oberbauleiter beim Ausbau der Kölner U-Bahn wird vorgeworfen, die Beseitigung unterirdischer Hindernisse vorgetäuscht zu haben. Damit habe er „Leib und Leben“ von Anwohnern, Passanten und Mitarbeitern des Stadtarchivs gefährdet, sagte Oberstaatsanwalt Torsten Elschenbroich.

Der in Düsseldorf wohnende Angeklagte äußerte sich zunächst nicht, doch betonte sein Verteidiger, dass er hauptsächlich durch die Aussage eines ehemaligen Bauleiters belastet werde, der ein offenkundiges Eigeninteresse daran habe. Durch den Einsturz des Stadtarchivs 2009 waren zwei junge Anwohner ums Leben gekommen. Der Sachschaden beläuft sich nach Angaben der Stadt Köln auf mehr als eine Milliarde Euro. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft wurde der Einsturz durch eine Fehlstelle in der U-Bahnbaustelle verursacht. Die Baufirmen bestreiten dies.

(dpa/heif)
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