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Köln: Mit Traubenzucker Großeinsatz in Justizzentrum ausgelöst

Prozessbeginn : Mit Traubenzucker Großeinsatz in Justizzentrum ausgelöst

Mit Traubenzucker soll er im Kölner Justizzentrum einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr ausgelöst haben: Dafür steht ein Angeklagter seit Mittwoch vor dem Landgericht. Der 49-Jährige ist wegen Vortäuschens einer Straftat angeklagt.

Der Leverkusener soll 2018 zu einem Prozesstermin eine Butterbrotdose mitgebracht haben, in der sich weißes Pulver befand. Bei einer Leibesvisitation und Durchsuchung des Rucksacks des 49-Jährigen öffnete ein Justizwachtmeister auch die Dose, wobei Pulver auf dessen Hand und Dienstkleidung gelangte. Daraufhin soll der Angeklagte gesagt haben, es sei „sinnvoll, sich die Hände zu waschen“. Er wisse es nicht, „aber es könnte gefährlich sein“.

Der Vorfall führte zu einem Großeinsatz am Justizzentrum, bei dem auch die „Analytische Task-Force“ des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zum Einsatz kam. Erst später stellte sich heraus, dass es sich bei dem Pulver um Traubenzucker handelte. Der Einsatz soll Kosten in Höhe von 39.000 Euro verursacht haben. Der Angeklagte wollte sich in der Verhandlung zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern.

Dem Mann werden in dem Prozess zudem Verstöße gegen das Waffengesetz, Bedrohung, Widerstand, Angriffe auf Beamten, Körperverletzung, Beleidigung sowie falsche Verdächtigung zur Last gelegt. So soll er laut Anklage „Todeslisten“ mit Namen von Polizisten, Justizbediensteten, Staatsanwälten und Richtern geführt haben. Bis Mitte August sind 14 Verhandlungstage in dem Verfahren in Köln geplant.

(ham/dpa)