Köln: Mafia-Ermittlungen - Pferdetransporter diente als Drogenversteck

Razzia gegen mutmaßliche Mafia-Mitglieder in NRW: Kiloweise Kokain im Pferdetransporter geschmuggelt

Bei der großangelegten Razzia gegen Mitglieder der italienischen Mafia-Organisation 'Ndrangheta lag ein Schwerpunkt in NRW, insbesondere in Köln. Ein präparierter Pferdetransporter brachte die Ermittlungen im Frühjahr 2016 in Gang.

Damals liefen verdeckte Ermittlungen gegen eine Gruppe von Tatverdächtigen, geführt von der Kölner Ermittlungskommission (EK) "Falabella". Ausgangspunkt war die Sicherstellung von 80 Kilogramm Kokain in einem speziell präparierten Pferdetransporter im Fährhafen Harwich in Großbritannien.

Den italienischen und deutschen Tatverdächtigen (33 bis 68 Jahre) werden bisher mindestens 23 solcher Drogentransporte von jeweils 80 Kilogramm Kokain aus den Niederlanden nach England zur Last gelegt. Haupttatverdächtig ist ein italienischer Restaurantbetreiber (45) aus dem Rhein-Erft-Kreis. Zur Tarnung hatten die Täter bei den Transporten auch jeweils zwei Pferde aus Köln nach Rotterdam und von dort aus nach Großbritannien gebracht. Das Kokain war versteckt im Laderaum des Transporters. Die Drogenfunde haben bei den Ermittlungen eine große Rolle gespielt und der EK letztlich zu ihrem Namen verholfen: Falabella heißen Miniponys aus Argentinien.

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Wie die Kölner Polizei mitteilt, hatte ein Teil der Beschuldigten ein bundesweites Firmengeflecht mit Auslandsbezügen aufgebaut. Über Strohleute sollen sie IT, Kommunikationsmittel, Fahrzeuge und Büroeinrichtung gekauft haben. Seit Ende 2017 stellten die Ermittler 166 Betrugsfälle mit einem Schadensvolumen von mindestens 1,3 Millionen Euro fest.

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Am Mittwoch durchsuchten die Fahnder 23 Objekte in Nordrhein-Westfalen (Köln, Leverkusen, Aachen, Rhein-Erft-Kreis, Ennepe-Ruhr-Kreis, Düren, Heinsberg, Rhein-Kreis Neuss und Recklinghausen), vier Objekte in Berlin, vier weitere in Thüringen (Gera, Altenburg), zwei im belgischen Verviers und zwei in Spanien (Mallorca) nach Beschuldigten und Beweismitteln.

Die Ermittler vollstreckten Vermögensarreste in Millionenhöhe. Sieben Tatverdächtige wurden in Nordrhein-Westfalen und Berlin festgenommen.

Die Ermittlungen der EK „Falabella“ stehen im engen Zusammenhang mit den Ermittlungen deutscher, italienischer, niederländischer und belgischer Behörden gegen Mitglieder eines Mafia-Clans aus San Luca/Kalabrien wegen des Verdachts des Kokainhandels im Tonnenbereich. Nach Erkenntnissen der italienischen Sicherheitsbehörden ist dieser Clan der „’Ndrangheta“ zuzurechnen.

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(hsr)
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