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Köln: Hundertschaften der Polizei sichern Demos am Wochenende

Demonstrationen und FC-Endspiel : Großeinsatz der Polizei am Samstag in Köln – „Werden gegen jede Form von Gewalt einschreiten“

Die Kölner Polizei ist am Samstag mit vier Hundertschaften im Einsatz: Mehrere Demonstrationen wurden angemeldet – und es könnte Ausschreitungen geben beim Bundesliga-Spiel 1. FC Köln gegen den FC Schalke 04.

In Köln sorgen am Samstag ein Bundesliga-Spiel und mehrere Demonstrationen für einen Großeinsatz der Polizei. Der 1. FC Köln trifft am Nachmittag auf den FC Schalke 04. Wenn der FC nicht gewinnt, steigt der Verein ab. Die Schalker stehen auf dem letzten Platz und sind schon in die zweite Liga abgestiegen. Vier Hundertschaften der Polizei sollen mögliche Ausschreitungen am Rande des Spiels verhindern. „Wie immer das Spiel um den Klassenerhalt für den 1. FC Köln auch ausgehen mag: Wir wissen, dass in der Kölner Fußballszene die Nerven blank liegen“, sagte der leitende Polizeidirektor Michael Tiemann am Freitag angesichts des „hochemotionalen Spiels“. „Ich habe Verständnis für sportliche Emotionen am Saisonende. Die eingesetzten Polizistinnen und Polizisten werden genau hinschauen, um drohende Auseinandersetzungen früh zu erkennen und zu unterbinden.“ Auch würden die Beamten darauf achten, dass die Corona-Abstandsregeln eingehalten würden.

Bereits vor Anpfiff um 15.30 Uhr im Rheinenergie-Stadion wird die Polizei in der Innenstadt gefordert sein. Neben einigen aus polizeilicher Sicht eher unkritischen Standkundgebungen ab 10 Uhr wird sie besonderes zwei Aufzüge und eine Standkundgebung schützen, wie die Kölner Behörde mitteilte.

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Den Auftakt macht der Aufzug „Versammlungsgesetz NRW stoppen – Grundrechte erhalten“. Bis zu 500 erwartete Teilnehmer linker Gruppierungen wollen ab 13 Uhr vom Heumarkt zum Friesenplatz ziehen und dort bis etwa 17 Uhr eine Abschlusskundgebung durchführen.

Um 13.15 Uhr startet auf der Deutzer Werft die bis 18 Uhr angemeldete Versammlung „Stoppt den Krieg in Kurdistan – Gedenken an die Gefallenen/Getöteten des Terrorstaats Türkei“.

Der Aufzug „Solidarität mit Israel – Solidarität mit Juden in Deutschland“ ist für die Zeit zwischen 15 Uhr und 17 Uhr mit Start auf dem Roncalliplatz angemeldet. Über den Neumarkt und die Ringe wollen bis zu 300 Personen zum Ort der Abschlusskundgebung auf der Roonstraße ziehen.

Einsatzleiter Tiemann nimmt insbesondere die Stimmungen im Umfeld der türkisch-kurdischen Auseinandersetzungen und des Gaza-Konflikts zum Anlass für einen öffentlichen Aufruf zu Besonnenheit und Friedlichkeit: „Es sind zeitgleich Menschengruppen mit möglicherweise sehr unterschiedlichen politischen Anschauungen zu den Versammlungsthemen in der Stadt“, sagte er. „Die Polizei wird bei Störungen, Provokationen, antisemitischen Aktionen und jeder Form von Gewalt entschlossen einschreiten, damit alle ihre Grundrechte auf Versammlungsfreiheit und freie Meinungsäußerung in Anspruch nehmen können. Wir dürfen nicht zulassen, dass sich die gewaltsamen Konflikte im Nahen Osten auf Kölner Straßen entladen.“

(hsr)