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Köln: Feuerwehrmann wird für riskanten Rettungseinsatz geehrt

Mutiger Einsatz in engem Kanalrohr : Kölner Feuerwehrmann erhält ganz besondere Auszeichnung

Der Kölner Brandmeister Marcel Schmitz ist im vergangenen Herbst in ein nur 40 Zentimeter breites Rohr geklettert, um einen Mann zu retten. Für seinen Einsatz wurde der 26-Jährige nun mit einer seltenen Auszeichnung des Landes NRW geehrt.

Mehrere Anwohner der Josefstraße im Kölner Stadtteil Porz alarmierten am 25. September vergangenen Jahres die Feuerwehr und sagten merkwürdige Dinge wie „Ich höre Hilferufe aus meinem Klo.“ Der Feuerwehrmann Marcel Schmitz machte sich mit seinen Kollegen in einem Löschzug der Feuerwache 7 sofort auf den Weg. Wie sich nach einiger Zeit herausstellte, steckte ein Mann in fünf Metern Tiefe im Abwasserkanal fest – in einem etwa 40 Zentimeter breiten Rohr.

„Es bestand akute Lebensgefahr“, sagt Kölns Feuerwehr-Chef Christian Miller. Das Wasser im Rohr stieg minütlich an, alle Bewohner der Straße wurden gebeten, weder zu duschen noch ihre Toilettenspülungen zu benutzen. Während wertvolle Zeit verging, weil Kollegen mit schwerem Gerät nachrücken mussten, sagte Marcel Schmitz zu seinem Einsatzleiter: „Ich mache das.“ Der schmale 26-Jährige ließ sich von seinen Kollegen eine Schlinge um die Füße binden und kroch Meter für Meter durch das enge Abwasserrohr, bis hin zu dem eingeklemmten Mann, dem er ebenfalls eine Schlinge um die Beine band. Höhenretter zogen Schmitz und den Verletzten schließlich mit Hilfe einer elektrischen Seilwinde zurück ans Tageslicht.

Für seinen Mut und seine Entschlossenheit bekam Brandmeister Schmitz nun in Köln das Feuer- und Katastrophenschutz-Ehrenzeichen des Landes NRW. Die Auszeichnung wird nur selten vergeben, wie Thorsten Ridder, Brandschutzdezernent der Bezirksregierung, bei der Ehrung sagte. „Die Feuerwehren sind dafür da, Menschen zu retten und wir wollen nicht falsches Heldentum fördern“, sagte Ridder. In den vergangenen vier Jahren haben weniger als zehn Einsatzkräfte der Feuerwehr die Auszeichnung bekommen – und es gibt mehr als 100.000 Haupt- und Ehrenamtliche in NRW. Marcel Schmitz habe eine Bereitschaft gezeigt, die über das übliche Dienstverständnis hinausgehe und unter Einsatz des eigenen Lebens das Leben eines anderen gerettet, sagte Feuerwehr-Chef Miller. Ridder sagte: „Trotzdem war der Einsatz überlegt und kalkuliert, niemand hat planlos gehandelt.“

Auch Höhenretter waren im Einsatz, um den Mann in Köln aus dem Schacht zu retten. (Archivbild). Foto: RPO/Feuerwehr Köln

Schmitz selbst zeigte sich am Mittwoch äußerst bescheiden und unaufgeregt. „Ich bekomme selten Panik“, sagte er. „Dass ich die Auszeichnung bekomme, habe ich erst vor ein paar Tagen erfahren, das muss ich erstmal sacken lassen.“ Von dem Mann, dem er das Leben gerettet hat, hat er nichts mehr gehört. „Wir wissen bis heute nicht, warum und wie der in den Abwasserkanal gekrabbelt ist.“ Seitens der Polizei hieß es damals, der Mann habe unter dem Einfluss von Drogen gestanden, als er vermutlich durch einen Gully in das Rohr geklettert ist.