Köln: Fahrstuhl im 25 Hours-Hotel The Circle mutiert zum Internet-Star

Fluch und Segen zugleich : Wie ein Fahrstuhl in einem Kölner Hotel zum Star bei Instagram wurde

Im 25-Hours-Hotel in Köln tummeln sich seit Monaten die Promis und Influencer. Grund: der futuristische Fahrstuhl, der als Kulisse für tolle Fotos dient. Das Hotel bekommt dadurch viel Aufmerksamkeit, aber auch viel Arbeit.

Am Anfang standen die Leute Schlange. Nicht, um auf ein Zimmer zu kommen oder das Restaurant in einem der oberen Stockwerke zu besuchen. Es ging allein um die Fahrt mit dem Fahrstuhl. Seit einem Jahr betreibt das 25 Hours-Hotel in der Kölner Innenstadt drei Aufzüge, deren Design zahlreiche Prominente und Influencer anzieht. Kai Pflaume, Micky Beisenherz, Sängerin La Fee und verschiedene TV-Moderatoren haben bereits ein Foto gepostet. Der Innenraum ist mit verspiegelten Platten ausgekleidet, deren Zwischenräume mit LED-Lampen beleuchtet werden. Durch die gegenüberliegenden Spiegel entsteht eine optische Täuschung, die dem Raum eine unendliche Tiefe verleiht.

„Die Aufzüge lösen viel bei den Besuchern aus“, erzählt Feray Özcan, Leiter der Vertrieb- und Marketingabteilung des Hotels, im Gespräch mit unserer Redaktion. Viele fühlten sich an die Kulisse der „Mini Playback Show“ aus den 90er Jahren oder den Science-Fiction-Film „Matrix“ erinnert. Etwa eine Million Fahrten hat jeder der drei Aufzüge im ersten Betriebsjahr absolviert.

Mit dem enormen Andrang hatten die Betreiber des Hotels nicht gerechnet: Mehrmals am Tag würden Besucher, die aber keine Gäste des Hotels sind, sich in der Lobby, den Waschräumen oder den Gängen des Hotels umziehen, um dann ein Fotoshooting in einem der Aufzüge hinzulegen. Damit halten die Foto-Touristen allerdings den normalen Betrieb im Hotel auf. „Es ist sogar schon öfters vorgekommen, dass Leute die Lichtschranken eines Fahrstuhls mit Klebeband abgeklebt haben, damit die Türen offen stehen bleiben und sie in Ruhe fotografieren können.“ Durch die Blockade kämen allerdings die Schaltung der anderen Aufzüge aus dem Takt.

Seitdem sprechen Mitarbeiter des Hotels die Fahrstuhl-Touristen freundlich an und verweisen darauf, dass der Fahrstuhl eigentlich nur für Gäste des Hotels oder des Restaurants zur Verfügung stehe. Trotzdem sei die Auslastung nach wie vor hoch, sagt Özcan. Schließlich erwischen sie nicht immer alle Foto-Touristen. Das bringt Arbeit mit sich. Stündlich muss eine Reinigungskraft die Spiegelflächen von Fingerabdrücken reinigen. Außerdem werden die Fahrstühle anstatt der vorgeschriebenen jährlichen Wartung inzwischen alle drei Monate von Technikern überprüft.

Einmal wurde sogar ein Musikvideo ohne Erlaubnis in einem der Hotel-Aufzüge gedreht. Der Youtuber wurde dann während seines Drehs gebeten, das Hotel zu verlassen. Trotz der vielen Arbeit, die der Hype den Hotelmitarbeitern beschert, freut Özcan sich über die große Aufmerksamkeit. „Ich musste noch keinen einzigen Cent für Influencer-Marketing ausgeben. Die kommen alle von alleine“, freut sich der Marketingchef.

Hier geht es zur Infostrecke: Fotos aus dem Fahrstuhl im 25 Hours Hotel in Köln

(siev)
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