Köln: Ermittlungen nach Kutschen-Unfall beim Rosenmontagszug in Köln eingestellt

Pferde waren an Rosenmontag durchgegangen : Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen nach Kutschen-Unfall in Köln ein

Der Kutschenunfall im Kölner Rosenmontagszug wird keine strafrechtlichen Konsequenzen haben. Vier Menschen waren im Februar verletzt worden. Tierschützer fordern seit Jahren ein Verbot von Pferden im Brauchtum.

Vier Menschen wurden verletzt, als im Februar im Kölner Rosenmontagszug zwei Kutschpferde am Appellhofplatz durchgegangen sind. Nachdem Zeugen behauptet hatten, aus den Zuschauerreihen sei eine Flasche oder ein anderer Gegenstand auf eines der Tiere geworden worden, hatte die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Unbekannt wegen Körperverletzung aufgenommen.

Ein halbes Jahr später sagt Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer nun: „Es gibt keine Hinweise auf einen möglichen Täter und auch keine anderen Anhaltspunkte, dass ein Gegenstand geworfen wurde und die Tiere erschreckt hat.“ Etliche Zeugen waren vernommen worden, doch die Aussagen wichen stark voneinander ab, wie Bremer sagt. Letztlich führten sie zu keinem Ergebnis. Ebenso wenig wie die Auswertung von Videomaterial. Im Zuge der Ermittlungen sei auch der technische Zustand der Kutsche untersucht worden, der einwandfrei gewesen sei. „Wir konnten auch kein Fehlverhalten des Kutschers feststellen oder dass die Pferde ungeeignet gewesen wären.“ Beide Pferde waren schon öfters im Rosenmontagszug eingesetzt worden.

Die Tierschutzorganisation „Peta“ hatte damals Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstattet. Eine Aufnahme dieser Ermittlungen hat die Kölner Staatsanwaltschaft nach einer Prüfung aber abgelehnt, da die Voraussetzungen für den Straftatbestand der Tierquälerei nicht erfüllt seien, wie Bremer sagt. „Die tierärztliche Versorgung der Pferde war gewährleistet, sie waren in einem guten Zustand“, sagt er. Ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz setzt voraus, dass jemand einem Tier „aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt“, wie es heißt. „Das konnten wir nicht feststellen“, sagt Bremer. Peta hat Beschwerde eingelegt – darüber muss nun die Generalstaatsanwaltschaft Köln befinden.

Der Kölner Karneval hält an den Pferden fest

Tierschützer fordern immer wieder, Pferde aus den Brauchtumsumzügen zu nehmen. Für die Fluchttiere bedeute die Enge und der Lärm eine reine Qual. Nach mehreren Unfällen in den vergangenen Jahren hatte auch der Deutsche Tierschutzbund die Forderung nach einem Verbot von Pferden bekräftigt. Sie seien ein "unkalkulierbares Risiko", hieß es.

Das Festkomitee Kölner Karneval hat sich im Juli dafür entschieden, weiter Pferde und Pferdekutschen im Kölner Rosenmontagszug einzusetzen. Künftig sollen Sicherheitskräfte die Pferdekutschen begleiten. Das Festkomitee war fest davon ausgegangen, dass der Unfall durch einen Flaschenwurf oder ähnliches ausgelöst worden war. Dass das nicht so ist, bekräftigt die These der Tierschützer vom nicht kalkulierbaren Risiko. Das Festkomitee hatte auch das Argument angeführt, ein Verbot von Pferden und Kutschen würde dazu führen, dass einige Karnevalsgesellschaften nicht mehr am Rosenmontagszug teilnehmen könnten. Und auch die mehr als 200-jährige Tradition spreche gegen ein Pferdeverbot im Kölner Rosenmontagszug.

In Düsseldorf hatte das Comitee Düsseldorfer Carneval als Konsequenz aus dem Kölner Unfall angekündigt, keine Kutschen mehr im Rosenmontagszug zuzulassen.

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