Köln/Duisburg/Neuss: Große Razzia gegen Schleuser - 300 Polizisten im Einsatz

Einsätze auch in Neuss und Duisburg : Zwei mutmaßliche Schleuser bei Razzia im Raum Köln verhaftet

Großeinsatz gegen Schleuserbanden: Die Bundespolizei durchsucht 30 Objekte in NRW und Niedersachsen. Zwei mutmaßliche Schlepper werden verhaftet. Es gibt weitere Verdächtige.

Die Bundespolizei ist am Dienstagmorgen mit einer Großrazzia gegen zwei Schleuserbanden vorgegangen. Mehr als 300 Ermittler waren im Einsatz. Sie durchsuchten über 30 Wohn- und Geschäftsräume in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, wie eine Sprecherin der Bundespolizei sagte. Die Beamten verhafteten in Köln zwei mutmaßliche Köpfe der Schleuserringe, Iraker im Alter von 40 und 49 Jahren.

Insgesamt 33 Verdächtige waren von der Polizei ermittelt worden, unter ihnen sind deutsche, polnische, italienische und ivorische Staatsangehörige. Sie sollen nach Angaben der Bundespolizei zu den beiden Schleuserbanden gehören, die Menschen aus dem Iran und dem Irak illegal nach Deutschland brachten.

Um kurz nach 6 Uhr am Morgen hatten die Ermittler die Durchsuchungen mit Schwerpunkt in Köln gestartet. Auch in Bonn, Neuss, Duisburg und Barsinghausen bei Hannover waren sie im Einsatz. Die beiden Hauptverdächtigen aus Köln waren bereits mit Haftbefehlen gesucht worden. Die Liste der Vergehen, die ihnen die Staatsanwaltschaft vorwirft, ist lang: Schleusung, Steuerhinterziehung, Verleitung zu missbräuchlicher Asylantragstellung und der Erschleichung von Visa, Urkundenfälschung - jeweils gewerbs- und bandenmäßig, wie die Bundespolizeisprecherin sagte.

Die 31 weiteren Verdächtigen, gegen die sich die Razzia richtete, seien zumeist Fahrer im Auftrag der Schleuserbande. Sie sollen in Konvois mit Mietwagen Menschen nach Deutschland geschleust haben. In den durchsuchten Räumen stellten die Fahnder neben entsprechenden Auto-Mietverträgen unter anderem 50 Mobiltelefone, einen Laptop, Ausweisdokumente sowie 13.000 Euro Bargeld sicher.

(top/skr/dpa)
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