Köln: Domglocken läuten als Zeichen der Solidarität mit Paris

Nach dem Brand von Notre-Dame : Kölner Domglocken läuten als Zeichen der Solidarität mit Paris

Köln zeigt sich solidarisch mit Paris: Am Mittag läuteten die Glocken des Doms minutenlang. Für den Dompropst steht Notre-Dame genauso symbolisch für Frankreich wie der Kölner Dom für Deutschland.

Nach dem Brand von Notre-Dame in Paris läuteten an diesem Dienstag um 12 Uhr die Glocken des Kölner Doms als Zeichen der Solidarität. Alle Domglocken läuteten sieben Minuten lang - bis auf die St. Petersglocke, den sogenannten Dicken Pitter, der nur an hohen kirchlichen Feiertagen läutet. Auch in anderen deutschen Städten läuteten Kirchenglocken aus Verbundenheit, etwa in Aachen, Fulda und Hamburg.

"Unseren französischen Freunden gilt unser tiefstes Mitgefühl", erklärte Dompropst Gerd Bachner in Köln. Notre-Dame stehe genauso symbolisch für Frankreich wie der Kölner Dom für Deutschland. "Deshalb schmerzen uns in Köln die schrecklichen Bilder der brennenden Kathedrale ganz besonders. Das Feuer trifft auch unsere Herzen."

"Der Brand von Notre-Dame bedeutet die Vernichtung der Werke von Generationen und damit einen unermesslichen Verlust für ganz Europa", sagte der Kölner Dombaumeister Peter Füssenich. Das Feuer erinnere ihn an einen vergleichbaren Brand in Düsseldorf vor einigen Jahren. Auf dem Dach der Kirche Sankt Peter habe sich nach Dachsanierungsarbeiten mit einem Gasbrenner eine Staubexplosion entwickelt. In der Folge habe sich ein Brand unglaublich schnell im Dachstuhl ausgebreitet. Für die Feuerwehr sei ein Feuer von solchen Ausmaßen eine große Herausforderung und gleichzeitig ein hohes Risiko. "Der Arbeit der Feuerwehr muss man höchsten Respekt zollen", so Füssenich.

Der Kölner Dom sei durch seinen eisernen Dachstuhl besser geschützt, führte der Dombaumeister aus. Durch "die Weitsicht der Baumeister aus dem 19. Jahrhundert" sei auf dem Domdach eine Eisenkonstruktion realisiert worden. Auch der Vierungsturm, der auf der Pariser Kathedrale aus Holz konstruiert wurde, ist laut Füssenich auf dem Kölner Dom aus Eisen. Mit einem hölzernen Dach hätte der Dom im Zweiten Weltkrieg sicher noch viel gravierendere Schäden davongetragen.

Dennoch bleibe auch für den Kölner Dom der vorbeugende Brandschutz ein wichtiges Thema, führte Füssenich aus. Die Feuerwehr führe regelmäßige Begehungen und Übungen durch. Zudem werde das Brandschutzkonzept ständig überarbeitet und erweitert. "Dazu gehört unter anderem, dass wir regelmäßig üben, wie wir im Brandfall unsere einzigartigen Kunstwerke mit speziellen Löschdecken sichern können", erläuterte der Dombaumeister.

Schließlich würden Baumaßnahmen am Dom nur unter großen Vorsichtsmaßnahmen durchgeführt, so Füssenich. Die Mitarbeiter der Dombauhütte hätten ein hohes Bewusstsein dafür, dass sie mit empfindlichen Materialien arbeiten. "Vor allem bei Löt- und Schweißarbeiten gehen wir mit großer Sorgfalt und Umsicht vor", betonte der Domnbaumeister. Das Feuer von Notre-Dame werde noch einmal das Augenmerk auf die Bedeutung des vorbeugenden Brandschutzes für die Kulturdenkmäler Europas lenken.

(hsr/kna/dpa)
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