Köln-Deutz: Strafzettel an SUV-Fahrer sorgt auf Facebook für Ärger

„Ihr Auto ist unangemessen groß“ : Unbekannte verteilen falsche Strafzettel an SUV-Fahrer in Köln

Ein vermeintliches Knöllchen an SUV-Fahrer in Köln sorgt derzeit für Wirbel. In dem Schreiben werden zahlreiche Aspekte an den großen Autos kritisiert. Im Internet gibt es für die Aktion vor allem Unverständnis.

In Köln sorgt ein gefälschtes Schreiben der Stadt für Ärger: Wie eine Facebook-Nutzerin berichtet, hing das vermeintliche Knöllchen an der Windschutzscheibe ihres Autos im Stadtteil Deutz – „und an 60 Prozent der anderen Autos“.

Das Schreiben trägt als Briefkopf ein abgewandeltes Logo der Stadt Köln. Statt „Stadt Köln“ steht dort „Stadt Klima“, zudem ist der Brief adressiert an „Sehr geehrte Autofahrerin, sehr geehrter Autofahrer“. Wer hinter der Aktion steckt, ist bislang unklar.

In dem „Knöllchen“ heißt es weiter: „Ihr Auto ist aus folgenden Gründen für den Stadtverkehr unangemessen groß.“ Im Folgenden sind in dem Schreiben vier Aspekte aufgelistet, die die oben genannte These stützen sollen. Kritisiert werden der CO2-Ausstoß der Fahrzeuge, ihre Größe, das Unfallrisiko sowie der „hohe Materialaufwand“. In dem Brief heißt es unter anderem: „Sie gefährden andere VerkehrsteilnehmerInnen, da Unfälle mit Ihrem Auto mehr Schaden verursachen.“

Am Ende des Schreibens wird nochmals deutlich, dass es sich beim Absender keinesfalls um die Stadt handelt – das Schreiben ist nicht objektiv informierend, sondern klar wertend. „Ihr Verhalten ist unangemessen und egoistisch“, heißt es am Schluss.

„Wo sind wir denn jetzt bitte gelandet?“, fragt die Facebook-Nutzerin in ihrem Post. „Ich bin ehrlich gesagt sprachlos.“

Die Stadt Köln hat nach eigenen Angaben von mehreren Bürgern Rückmeldungen zu den Zetteln bekommen. Eine zivilrechtliche Unterlassungserklärung sei nach derzeitigem Stand nicht erfolgsversprechend, sagte Stadtsprecher Lars Hering. „Das Herstellen und Verteilen der Zettel erfüllt keinen Straftatbestand, insbesondere nicht den des Betrugs.“ Außerdem werde aus den Zetteln nicht klar, wer dafür verantwortlich sei. Sollte die Stadt dazu Hinweise erhalten, werde sie die rechtliche Situation allerdings erneut prüfen.

Auf Facebook sorgte das gefälschte Knöllchen für Wirbel: Innerhalb weniger Tage wurde es mehr als 1200 Mal geteilt und fast 500 Mal kommentiert. Während einige Nutzer über die offensichtliche Fälschung scherzen, machen andere ihrem Ärger freie Luft. „Schade für‘s Papier, sowas bringt doch absolut nichts“, schreibt etwa eine Nutzerin. In einem anderen Kommentar heißt es: „Wenn mir jemand sowas an das Auto heftet, werde ich klären, ob Anzeige oder andere Schritte möglich sind.“

Bereits Ende September hatte es in Düsseldorf Ärger um SUVs in der Innenstadt gegeben: Eine Menschengruppe hatte eine Autofahrerin in der Altstadt angegangen. Die Unternehmerin sei wegen ihres großen Geländewagens von mehreren Menschen beschimpft worden.

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