Köln: Deutsche Bahn rudert bei Aus für die Schlösser an der Brücke zurück

Wirbel um Hohenzollernbrücke in Köln: Deutsche Bahn rudert bei Liebesschlössern zurück

Die Nachricht machte die Runde: Die Bahn wollte alle Liebesschlösser von der Kölner Hohenzollernbrücke entfernen lassen. Nun heißt es, in den kommenden Jahren bleibe alles erst einmal, wie es ist.

Die Nachricht verbreitete sich am Montag schnell: Kölns Liebesschlösser sollen weg, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn in einem Interview sagte. Ein Vorhängeschloss als Symbol für die Liebe mag manchen befremden. Ungezählte Paare hängen aber ihr graviertes Schloss an die Kölner Hohenzollernbrücke – und werfen den Schlüssel in den Rhein. Als Zeichen ihrer ewigen Liebe. Die Schlösser sind schon lange eine Touristenattraktion in Köln. Entsprechend groß war die Resonanz auf die Botschaft, dass bald alle weg müssen.

Doch keine 24 Stunden später rudert die Bahn zurück und „konkretisiert“ die Aussage ihres Sprechers. In einer kurzen Mitteilung des Unternehmens heißt es: "Es gibt keine Pläne, die Liebesschlösser an der Hohenzollernbrücke in den nächsten Jahren zu entfernen.“

Zunächst hatte es geheißen, die Schlösser müssten weniger wegen des Gewichts von immerhin rund 45 Tonnen weg. Vielmehr nannte der Sprecher am Montag als Grund den offenbar stark beschädigten Korrosionsschutz am Zaun der Brücke. Wegen der Schlösser sei es nicht möglich, den Rostschutz zu erneuern, wie eine Sprecherin unserer Redaktion noch am Montag bestätigte.

Doch so dringend scheint es nun doch nicht zu sein: „Es wurde kolportiert, dass wir quasi heute anfangen, die Schlösser abzumachen – dem ist nicht so“, sagte eine Sprecherin am Dienstag. „Das ist nichts, was akut ist.“ Irgendwann müssten die Schlösser wahrscheinlich tatsächlich weg. „Noch steht das aber nicht an.“ Auf das Medienecho war bei der Bahn offenbar niemand gefasst.

  • Rost-Gefahr : Liebesschlösser müssen von Kölner Brücke entfernt werden

Im Nettwerk Köln auf Facebook kommentierten hunderte User das Vorhaben – viele von ihnen haben selbst ein Schloss an der Brücke hängen. Oliver Grün, Kameramann aus Köln, etwa schrieb: „Welches meiner Schlösser muss weg? Das erste, das zweite oder das dritte?“ Er sei „mit keiner der Damen mehr zusammen“, sagte er unserer Redaktion. Aber inzwischen glücklich mit einer Frau verheiratet, mit der er kein Schloss hat. „Mein erstes Schloss hab ich in den 1980er Jahren an die Brücke gehängt, da hing sonst noch nicht viel“, sagte er. Andere fragten sich, wie sie ihr Schloss retten könnten, der Schlüsse liege schließlich im Fluss.

In Paris ist vor vier Jahren unter der Last von Tausenden Liebesschlössern ein Geländerteil an der Fußgängerbrücke Pont des Arts zusammengebrochen. Die Stadt musste daraufhin auf der Pont des Arts und der Pont de l'Archevêché 37 Geländerstücke abmontieren, die mit jeweils einer halben Tonne Vorhängeschlössern behangen waren.

An Kölns Hohenzollernbrücke ist eigentlich jetzt schon kein Platz mehr für neue Schlösser. Die Stadt hatte schon einige Schlösser abnehmen lassen, die zu weit in den Geh- und Radweg der Eisenbahnbrücke hinein hingen. Auch Metalldiebe machen sich immer wieder an den Schlössern zu schaffen und flexen einige ab.

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