Köln: Bombenentschärfung in Ehrenfeld erfolgreich - 4800 Menschen betroffen

Fast 5000 Menschen evakuiert : Fliegerbombe in Köln-Ehrenfeld erfolgreich entschärft

In Köln-Ehrenfeld ist am Montag eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Am Abend konnte sie entschärft werden. Fast 5000 Anwohner waren betroffen. Fußgänger verzögerten die Evakuierung durch ihr Verhalten.

Am Montagabend ist in Köln-Ehrenfeld eine Fliegerbombe entschärft worden. Um 19.36 Uhr meldete die Stadt, dass die Bombe erfolgreich entschärft sei. „Die Anwohnerinnen und Anwohner können in ihre Wohnungen zurückkehren“, hieß es in der Mitteilung. „Alle Sperrungen von Straßen und Wegen werden nun so schnell wie möglich wieder aufgehoben.“

Das Ordnungsamt organisierte Rücktransporte für kranke und gehbehinderte Personen, die bei der Rückkehr in ihre Wohnungen Hilfe benötigen. In der eingerichteten Anlaufstelle in der Wilhelm-Leyendecker-Schule hatten sich 138 Menschen aufgehalten. Zudem wurden 58 Krankentransporte durchgeführt.

Der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg war am Montagvormittag bei Sondierungsarbeiten im Kölner Stadtteil Ehrenfeld gefunden worden. Entdeckt wurde die englische Fünf-Zentner-Bombe mit Aufschlagzünder an der Ecke Grüner Weg/ Vogelsanger Weg. Die Bombenentschärfung hatte sich den gesamten Tag über hingezogen. Lange Zeit über stand der genaue Zeitpunkt nicht fest. Erst um kurz nach 19 Uhr erteilte das Ordnungsamt die Freigabe für die Entschärfung.

Diesen Evakuierungsradius gab es bei der Bombenentschärfung in Köln-Ehrenfeld. Foto: Stadt Köln

Hintergrund der verzögerten Evakuierung war nach Angaben der Stadt das Verhalten einiger Bürger: Demnach missachteten Fußgänger an mehreren Stellen die Absperrung. Zudem sei ein Polizist tätlich angegriffen worden, teilte die Stadt am frühen Montagabend weiter mit. Außerdem habe ein Unbekannter eine Drohne über der Baustelle, auf der der Blindgänger gefunden worden war, fliegen lassen. Die Drohne sei dann zwei Blocks weiter runtergegangen. Der Besitzer, nach dem gesucht wird, sei zunächst nicht entdeckt worden.

Von der Evakuierung waren 4800 Menschen betroffen. In einem Radius von rund 300 Metern mussten sich die Anwohner in Sicherheit bringen. Für die Entschärfung wurden viele Straßen sowie das Bezirksrathaus Ehrenfeld gesperrt.

Auch der Nahverkehr in NRW war von der Bombenentschärfung in Köln betroffen: Wegen der Sperrung konnten ab Montagmittag keine Züge mehr am Bahnhof Ehrenfeld halten. Betroffen waren mehrere Regionalzug-Verbindungen. Der Busverkehr der KVB wurde umgeleitet, die ober- und unterirdische Straßenbahnhaltestelle Venloer Straße wurde nicht mehr bedient.

Der Ordnungs- und Verkehrsdienst der Stadt war mit 96 Mitarbeitern vor Ort, die Polizei mit 25. Auch Mitarbeiter der Feuerwehr und der Hilfsdienste waren im Einsatz.

(mba)
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