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Köln: Autorennen mit geliehenen Wagen

Drei Tote in Köln : Raser mieten sich Autos für Rennen

Das Schicksal des 26-jährigen Radfahrers, der in Köln bei einem illegalen Autorennen ums Leben gekommen ist, hat heftige Reaktionen ausgelöst. Nach neuesten Erkenntnissen hatten sich die Fahrer einen Mietwagen für ihr Rennen besorgt.

Die Straßenverkehrsordnung verbietet Kfz-Rennen im öffentlichen Raum. Bei Zuwiderhandlung drohen 400 Euro Bußgeld sowie zwei Punkte in Flensburg (seit der Neuregelung 2014 wird der Führerschein bei acht Punkten entzogen).

"Man kann auch mit 45 PS in einer Stadt herumrasen"

Der ADAC hält nicht viel von einer Einschränkung der Motorleistung. "Man kann auch mit 45 PS in einer Stadt herumrasen", so ADAC-Verkehrsexperte Roman Suthold. Die neue Dimension des tödlichen Rennens in Köln bestehe darin, dass sich die beiden Fahrer (26 und 29 Jahre) Leih-Pkw (Car-Sharing) besorgt hätten. Suthold verweist darauf, dass Mietwagen-Unternehmen in Großbritannien überprüfen könnten, ob der Kunde im Verkehrssünden-Register geführt werde. Dies sei wegen des Datenschutzes in Deutschland nicht gestattet.

Laut Innenministerium versucht die Polizei, mit verstärkten Kontrollen illegale Autorennen zu unterbinden. Die Teilnehmer - überwiegend junge Männer - müssten auch damit rechnen, dass das Straßenverkehrsamt ihre charakterliche Eignung zum Führen eines Fahrzeugs überprüft. Notfalls kann der Führerschein entzogen werden. Die Polizei versucht zudem, in den Schulen junge Leute vor den Gefahren zu warnen. Im Rahmen des Programms "Crash-Kurs" berichten zum Beispiel Rettungssanitäter von ihren Einsätzen an Unfallorten.

Radfahrer erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen

In Köln war der Radfahrer am Freitag von einem schleudernden Pkw erfasst und am Kopf schwer verletzt worden. Der Fahrer, der Teilnehmer an einem illegalen Autorennen war, hatte die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Er blieb wie der andere Fahrer unverletzt. Der Radfahrer erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen.

An der Unfallstelle an der Aachener Straße legten Passanten und Radfahrer gestern Blumen nieder und stellten Kerzen auf. Heute Abend wollen Trauernde zu einer Mahnwache und zum stillen Protest an der Unfallstelle zusammenkommen. Unterdessen kündigte die Stadt Köln verstärkte Kontrollen an bekannten Strecken für Autorennen an. Außerdem soll dort der Verkehr durch Poller verlangsamt werden. "Wir werden die Raser zu Fußgängern machen" , hieß es.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Illegale Autorennen 2015: Kölner trauern um Opfer

(RP)