Köln: 1,2 Millionen Karnevalisten feiern Rosenmontag

Kölle Alaaf: 1,2 Millionen Jecken feiern Rosenmontagszug

In Köln waren 1,2 Millionen Zuschauer beim Rosenmontagszug dabei und feierten ausgelassen. Die Jecken mussten schon früh aufstehen, um sich ein gutes Plätzchen am Zugweg zu sichern. Zahlreiche Promis feierten mit: Florian Silbereisen und Gaby Köster wurden gesichtet, der 1. FC Köln war natürlich auf einem Wagen dabei.

In Köln jubelten am mit sieben Kilometer Länge größten Rosenmontagszug in Deutschland rund 1,2 Millionen zumeist kostümierter Narren über einen Mottowagen, der trotz des umstrittenen Rückzugs eines "Charlie-Hebdo-Wagens" den mörderischen Anschlag auf das Satiremagazin in Paris von Anfang Januar thematisierte. Aus einem gerodeten Bundstift-Wald wuchs ein einziger kleiner bunter Stift mit der Aufschrift "Narrenfreiheit" heraus, der von einem Clowns liebevoll gegossen wird. Davor liegt in den Spänen der Buntstifte der abgeschlagene Kopf eines Islamisten.

An der Stelle des Zuges, wo der ursprüngliche "Charlie-Hebdo-Wagen" fahren sollte, fuhr ein grauer Wagen ohne Aufbauten und närrische Bemalung mit. Der Schriftzug "Das ist was bleibt! Das freudeversprühende Grau!" sollte ein Zeichen dafür setzen, dass fanatische Islamisten nicht den Frohsinn des Karnevals verhindern. In Düsseldorf gab es drei Turbanträger die sich Mund, Ohren und Augen zu halten. Auf ihren Kopfbedeckungen hieß es "Terror...hat nichts... mit Religion zu tun."

Unter den Jecken sind auch zahlreiche Promis: Die kölsche Comedian Gaby Köster feiert mit, auch Volksmusik-Star Florian Silbereisen ist dabei. Hella von Sinnen jubelte den Kölner jecken vom Wagen aus zu. Der 1. FC Köln fährt natürlich auch mit.

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Die Kölner Karnevalisten thematisierten zudem den russischen Präsidenten, der als Roboter-Panzer Tschetschenien, Moldawien, Georgien und die Ukraine überrollt, die in Richtung Europäische Union streben. Auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und der desolate Zustand ihrer Truppenausrüstung wurde zur Zielscheibe der Jecken. Die Ministerin saß auf einer Bundeswehr-Maschine, die nur noch mit Heftpflaster zusammengehalten wird. In Düsseldorf begegnete Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als Friedens-Taube auf eiskaltem Gipfel dem als Bombe im Ukraine-Krieg dargestellten Putin. Das Kölner Motto "social jeck - kunterbunt vernetzt" kam gleich auf acht Wagen zum Zug. Porno, Kaufrausch, Trash und Terror strömten da zum Beispiel aus dem Netz.

Auch im Düsseldorfer Zug greifen mehrere Motivwagen das Thema Terror auf. "Terror hat nichts mit Religion zu tun" stand auf einem der bis dahin geheimen Wagen, die am Montagmorgen aus einer Halle gezogen wurden. Ein anderer Wagen zeigte Skelette, auf denen Karnevalisten die Namen der Terrororganisationen "Al-Qaida" und "IS" geschrieben haben. Einen Wagen ließen die Macher zunächst verhüllt - er beschäftigte sich mit den Anschlägen auf das Satiremagazin "Charlie-Hebdo". Mehr aus Düsseldorf.

Am Sonntag war der Karnevalsumzug in Braunschweig kurz vor dem Start nach Hinweisen auf einen möglichen Terrorakt abgesagt worden. Andere Städte sind von der Gefahr nach Einschätzung der Behörden nicht betroffen. Die Polizei in Köln und Düsseldorf sah auch am Montag weiterhin keine besondere Gefahr durch Terroristen. Die Einsatzkräfte wollen aber besonders wachsam sein. "Wir sind gut vorbereitet", sagte eine Polizeisprecherin in Köln.

Impressionen vom Rosenmontagszug in Köln

Hier geht es zur Bilderstrecke: So feiern die Kölner Rosenmontag 2018

(dpa)
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