Karneval Wo ist Rosenmontag 2024 ein Feiertag?

Der Termin für Rosenmontag ist in jedem Jahr ein anderer. Dies liegt an der engen Verzahnung von Ostern und Karneval, die aus dem Feiertag einen sogenannten flexiblen Feiertag machen.

Rosenmontag - das sollte man über den Karnevalstag wissen
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Das sollte man über den Rosenmontag wissen

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Foto: dpa/Daniel Peter

Wann ist Rosenmontag 2024?

Die einzige Konstante ist jene, dass der Rosenmontag immer auf einen Montag fällt und immer zwei Tage vor Aschermittwoch, dem Beginn der Fastenzeit, ist. Im Jahr 2024 fällt der Rosenmontag auf Montag, 12. Februar.

Warum ist Rosenmontag immer an einem anderen Tag?

Um zu verstehen, warum der Rosenmontag immer an einem anderen Tag ist, muss man sich das jeweilige Osterdatum anschauen. Denn auch das Osterfest, das höchste christliche Fest neben Weihnachten, an dem die Geburt Jesu Christi gefeiert wird, findet immer an einem unterschiedlichen Termin statt. Da nun der Beginn der Fastenzeit, die 40 Tage vor Karfreitag und Ostern startet, gleichzeitig das Ende der jeweiligen Karnevals-Session ist, hängen beide Termine ganz unmittelbar zusammen. Das Osterdatum wiederum ist deshalb unklar, weil der genaue Tag des Todes und der Auferstehung Jesu Christi nicht überliefert ist, sodass man nicht konkret einen Tag festlegen konnte. Das einzige bekannte Detail ist, dass sich die Geschehnisse in der Zeit des – wiederum vom Frühlingsvollmond abhängigen – Pessachfests der Juden begeben haben. Im Jahr 325 fand das Konzil von Nicäa statt. Bei diesem Zusammentreffen der Christen – damals gab es noch keine protestantischen Christen, die Reformation fand erst im 16. Jahrhundert mit dem Thesenanschlag Martin Luthers in Wittenberg statt – haben die Teilnehmenden beschlossen, dass das Osterdatum fortan immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling liegen sollte. Die Berechnung setzt sich fort, indem man nun den 21. März als Beginn des Frühlings festgelegt hatte. Die Vollmond-Tage, die in dieser Zeit in Betracht kommen, sind im frühesten Fall der 21. März, im spätesten Fall der 19. April. Entsprechend gilt: Wenn der früheste Vollmondtag auf einen Samstag fällt, ist der früheste Termin für den Ostersonntag der 22. März. Umgekehrt gilt: Der letztmögliche Termin für den Ostersonntag ist der 25. April, da der 19. April in diesem Fall ein Montag wäre. Für Statistiker ist an dieser Stelle vielleicht interessant, dass die Häufigkeiten der Rosenmontagstermine ab 1900 bis 2037 gezählt wurden. Die häufigsten Termine in dieser Zeit waren dabei der 15. und der 27. Februar – jeweils zehnmal ist der Rosenmontag auf dieses Datum gefallen, gefolgt vom 11. und 23. Februar mit jeweils neun Rosenmontagen. Jeweils nur zweimal fiel der Rosenmontag in dieser Zeit auf den 7. und 8. März sowie auf den 5. Februar. Da es im Februar nur alle vier Jahre einen 29. Februar gibt, ist es durchaus interessant, dass auch auf den 29. Februar zweimal der Rosenmontag fiel.

In welchen Bundesländern ist Rosenmontag ein Feiertag?

Man möchte meinen, dass der Rosenmontag in Köln, Düsseldorf, Aachen oder auch Mainz oder im Badischen ein Feiertag ist. Das ist allerdings zumindest in gesetzlicher Hinsicht nicht der Fall. Wer allerdings schon mal am Rosenmontag in Köln oder Düsseldorf gewesen ist, wird bemerkt haben, dass außer der ausgelassenen Feierei in diesen Hochburgen des Karnevals nicht viel anderes passiert. Das liegt daran, dass viele Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden entweder den ganzen Tag freigeben oder den Betrieb bereits ab dem Mittag schließen. Auch in Österreich und der Schweiz ist Rosenmontag kein gesetzlicher Feiertag. Interessanterweise gilt das nicht für einige lateinamerikanische Staaten, etwa für Argentinien, Ecuador, Panama und Venezuela.

Der Einzelhandel ist von dieser Regelung natürlich ganz genauso betroffen oder eben auch nicht betroffen – eine einheitliche Regelung gibt es nicht, in den Hochburgen machen viele Geschäfte bereits mittags zu, außerhalb der Karnevalszentren dürfte man ganz normal einkaufen können. Daher ist es sinnvoll, sich im Vorfeld zu informieren.

Warum feiert man Rosenmontag?

Der Rosenmontag gilt nicht überall als Höhepunkt der Karnevalssession. Allerdings ist das besonders im Rheinland und in Rheinhessen der Fall. An diesem Tag wandert der Sitzungskarneval endgültig auf die Straße – die Folge sind die großen Rosenmontagszüge nicht nur in den Karnevalshochburgen.

Was ist zwischen Rosenmontag und Aschermittwoch?

Zwischen Rosenmontag und Aschermittwoch liegt der sogenannte Veilchendienstag, der vor allem in der badisch-alemannischen Gegend ein wichtigerer Karnevalstag als der Rosenmontag ist.

Was hat der Rosenmontag mit Rosen zu tun?

Der Rosenmontag hat seinen Namen nicht daher, dass besonders viele Rosen verwendet oder sichtbar wären. Auch hier ist hingegen wieder die enge Verzahnung zwischen Karneval und (katholischer) Kirche zu sehen. Kaiser Napoleon hatte den Karneval während der französischen Besetzung des Rheinlands verboten. Während des Wiener Kongresses, bei dem ab 1815 Europa neu geordnet wurde, kam auch der Karneval wieder in die Öffentlichkeit. In Köln, der wohl größten Karnevalshochburg im Rheinland, wurde dazu das sogenannte Festordnende Komitee gegründet. Die Jahreshauptversammlung fand immer am Tag nach dem Sonntag „Laetare“ statt – der Tag wurde auch als „Rosensonntag“ bezeichnet. Aus diesem Grund hat man die Festordnende Gesellschaft irgendwann auch als Rosenmontagsgesellschaft bezeichnet. Auch die Brüder Grimm, deren Deutsches Wörterbuch eine umfangreiche Sammlung von Worten und Begriffen ist, kennen den Begriff Rosenmontag. Sie leiten ihn allerdings vom mittelhochdeutschen Wort „rasen“ ab. Im Deutschen Wörterbuch bedeutet das Wort „rose“ soviel wie „tollen“, also verrücktspielen, lustig sein, wild herumspielen.

Brauchtum: Welche Bräuche gibt es am Rosenmontag?

Der wohl wichtigste – und auch sicht- und hörbarste – Brauch am Rosenmontag ist natürlich der Rosenmontagszug. Dabei handelt es sich um mehr oder weniger lange Festumzüge mit mehr oder weniger aufwendig gestalteten Wagen. Diese nehmen auf satirische Art und Weise Ereignisse aus dem abgelaufenen Jahr aufs Korn. Besonders politisch sind dabei die Umzüge in Düsseldorf – mit den immer grandios gestalteten Wagen des Künstlers Jacques Tilly – oder auch in Mainz.

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