Rosenmontag 2024 Kamelle und Kölsch – Köln feiert das Leben

Köln · Tausende haben am Rosenmontag in Köln den Höhepunkt des Straßenkarnevals gefeiert. Der Krieg in der Ukraine ist auch in diesem Jahr wieder ein Thema auf den Persiflagewagen. Aber auch ein fauler Kanzler Scholz und die aufgeblasene AfD.

Karneval in Köln 2024: So schön war der Rosenmontagszug
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So schön ist der Rosenmontagszug 2024 in Köln

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Foto: dpa/Oliver Berg

Mit Blick in den Himmel ist der kölsche Jeck am Rosenmontag wieder versöhnt: Nach einigen Regentropfen am Morgen scheint tatsächlich die Sonne. „Kölle alaaf!“, rufen Tausende Zuschauer entlang der Zugstrecke. Nachdem Deutschlands größter Rosenmontagszug im vergangenen Jahr erstmals in seiner 200-jährigen Geschichte von Deutz aus gestartet war, ist er in diesem Jahr wieder im Linksrheinischen unterwegs.

Pünktlich um 10 Uhr setzen sich an der Severinstorburg die ersten Fußgruppen und Wagen in Bewegung und ziehen durch die Innenstadt, Motto: „Wat e Theater – wat e Jeckespill“. Der Zoch ist knapp 8,5 Kilometer lang und dauert etwa fünf Stunden. Wenn die ersten Fußgruppen und Mottowagen am Ziel in der Mohrenstraße angekommen sind, sind die letzten Gruppen noch gar nicht losgegangen.

Für die Jecken am Wegesrand regnet es Gummibären, Tulpensträußchen, Stofftiere und Schokolade. „Kamelle!“, rufen sie. Einige haben Kölsch-Fässchen dabei, Schnittchen und Käsewürfel als Proviant für den Tag. In Köln werden 300 Tonnen Süßigkeiten geworfen, dazu kommen 300.000 Blumensträußchen, Tausende Stofftiere und kleine Präsente. Kinder flitzen unermüdlich hin und her, um möglichst viele Kamelle zu fangen.

Karneval Köln 2024: Diese Promis feierten beim Rosenmontagszug
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Diese Prominenten waren beim Kölner Rosenmontagszug 2024 dabei

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Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Die Persiflagewagen zeigen Kanzler Scholz als dösendes Faultier, das Despoten-Trio Putin, Xi Jinping und Chamenei mit Brettern vor den Köpfen oder Goethe, wie ihm die gendergerechte Sprache um die Ohren fliegt: Alle Persiflagen tragen Titel mit direktem Theaterbezug. Das Theater-Motto spinnt sich wie ein roter Faden durch den gesamten Zoch. So fragt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj frei nach Shakespeare: „To be or NATO be?“ Auch die AfD ist Thema – ein Kölner Wagen zeigt Arme, die in Richtung eines nackten Hinterns zum Hitlergruß erhoben sind. BAP-Sänger Wolfgang Niedecken dazu im WDR: „Dieser Wagen sagt eigentlich alles: Die können uns mal am Arsch lecken.“ Ein anderer Wagen zeigt AfD-Chefin Alice Weidel, wie sie von der Ampel-Regierung ohne eigenes Zutun aufgeblasen wird.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) läuft zu Fuß im Kölner Rosenmontagszug mit und verteilt Strüßjer. „Das ist doch gut in einer Zeit, die nicht immer nur mega easy ist – einfach ein bisschen Spaß haben“, sagte er. Karneval sei gelebte Vielfalt, genau wie ganz Nordrhein-Westfalen. Auch Innenminister Herbert Reul (CDU) ist in Köln dabei. Schmerzlich vermisst vom Kölner Dreigestirn und der gesamten Entourage wird dagegen Jungfrau Frieda, im wahren Leben: Friedrich Klupsch. Er musste nach einem hartnäckigen Muskelfaserriss am Sonntag operiert werden. So wurde aus dem Dreigestirn gezwungenermaßen ein Zweigestirn.

Rosenmontag Köln 2024: Das waren die schönsten Persiflagewagen
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So schön sind die Persiflagewagen des Kölner Rosenmontagszugs 2024

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Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Beim Kölner Rosenmontagszug waren rund 2000 Polizisten aus ganz NRW eingesetzt. Dazu kam Sicherheitspersonal der Gesellschaften, dem Festkomitee und externen Sicherheitsunternehmen. Bis zum Nachmittag meldete die Polizei keine größeren Zwischenfälle. Um kurz nach 15.30 Uhr fährt schließlich der Prinzenwagen durch die Severinstorburg mit Prinz Sascha I. und seinem Gefolge. Damit hat sich der letzte Prunkwagen auf den Weg durch die Innenstadt gemacht. Und danach wird direkt das Motto für die Session 2025 verkündet: „Fastelovend – Wenn Dräum widder blöhe“. Zumindest im Karneval sollen alle Träume wahr werden, wie Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn sagt.

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