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Kardinal Rainer Maria Woelki nennt Personalentscheidung „großen Fehler“

Trotz Vergehen befördert : Woelki nennt Personalentscheidung „großen Fehler“

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat eine umstrittene Personalentscheidung einem Medienbericht zufolge als „großen Fehler“ bezeichnet. Es geht um den stellvertretenden Stadtdechant von Düsseldorf.

Laut der „Kölnischen Rundschau“ vom Samstag sagte der Chef des größten katholischen Bistums in Deutschland am Freitagabend vor dem Diözesanpastoralrat, seinem wichtigsten Beratungsgremium: „Es ist mir aus ganzem Herzen wichtig, zu betonen, dass ich das Verhalten dieses Priesters als moralisch absolut verwerflich ansehe.“ Woelki hatte den Mann 2017 zum stellvertretenden Stadtdechanten von Düsseldorf befördert, obwohl dieser zugegeben hatte, Jahre zuvor mit einem 17 Jahre alten Prostituierten masturbiert zu haben.

Bisher hatte die Spitze des Erzbistums die damalige Entscheidung eher verteidigt mit dem Argument, dass sich der Pfarrer strafrechtlich nichts habe zuschulden kommen lassen, Reue bekundet habe und jeder eine zweite Chance verdiene. Vor einiger Zeit wurden weitere Vorwürfe gegen den Pfarrer erhoben, die aber mittlerweile verjährt sind. Woelki lehnt gleichzeitig Segnungen für homosexuelle Paare ab, auch wenn diese seit langem zusammenleben.

(siev/dpa)