Zoo: Junge Antilopen erkunden ihre Welt

Zoo : Junge Antilopen erkunden ihre Welt

Ziemlich scheu sind die Hirschziegenantilopen im Kölner Zoo - am sichersten fühlen sich die anmutigen Tiere hinter den Bäumen in ihrem Gehege. Nur die Kraniche als gefiederte Mitbewohner trauen sich ins Rampenlicht und präsentieren sich den wartenden Fotografen. Auch die frischen Zweige als Futter locken die Herde zunächst nicht nach vorne. Dabei haben sie mit dem dreifachem Nachwuchs durchaus etwas vorzuweisen. Und der zeigt sich mit seinen hohen Sprüngen ziemlich quirlig. Die drei Kitze kamen am 6. und 10. Juni sowie am 11. Juli zur Welt. Damit umfasst die Kölner Herde inzwischen acht Tiere. Schon ihre Mütter wurden in Köln geboren. Der Zuchtbock kam 2010 vom Dortmunder Zoo an den Rhein. Namen tragen die Tiere anders als viele der anderen Zoobewohner nicht. Die männlichen Jungtiere werden meist im Laufe eines Jahres an andere Haltungen angeboten, da sie als Männchen mit dem Zuchtbock in Konflikt geraten könnten. Die Kitze folgen zumeist ihren Müttern auf der Anlage, wo man sie häufig beim Säugen beobachten kann. Gern halten sie sich aber auch in einer Art Kindergarten auf, liegen nahe beieinander im Heu der Schutzhütten oder betreiben Rennspiele. Der deutsche Name der Hirschziegenantilopen spielt auf das schmale, ziegenartige Maul und den für eine gazellenähnliche Antilope eher plumpen, hirschähnlichen Körperbau an. Die etwa rehgroßen hellbraunen Weibchen der Hirschziegenantilopen leben in Herden von fünf bis 50 Tieren. Die Herden werden durch einen oberseitig beinahe schwarz gefärbten Bock mit schraubenartig gewundenen Hörnern beansprucht. Nach einer Tragzeit von sechs Monaten wird meist ein einzelnes Kitz Gewicht geboren. Nach kurzer Zeit ist das Jungtier jedoch in der Lage seiner Mutter zu folgen und erreicht später die beachtliche Höchstgeschwindigkeit von bis zu 80 Stundenkilometern, die früher nur der Gepard aufbrachte. Letzterer ist im indischen Ursprungsgebiet der Hirschziegenantilopen ausgerottet und somit sind heute Wölfe und Füchse die natürlichen Feinde. Die Tiere sind Bewohner der Halbwüsten, Grasländer und Trockenwälder des indischen Subkontinents.

Stephan Eppinger

(RP)
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