Jean Pütz zu Dieselfahrverbot in NRW: TV-Star schimpft über Diesel-Entscheidung

„Das ist ja wirklich schwachsinnig“ : Jean Pütz schimpft über Dieselfahrverbote

Nicht nur Politiker und Umweltschützer diskutieren über das Dieselverbot in Städten. Auch TV-Star Jean Pütz meldet sich zu Wort - und hat gleich mehrere Beleidigungen für die Verantwortlichen auf Lager.

Jean Pütz ist der wohl berühmteste Erklär-Onkel des deutschen Fernsehens. Mit viel Geduld und freundlicher Stimme brachte er unter anderem in seiner „Hobbythek“ den TV-Zuschauern bei, wie die Welt funktioniert.

Die Zeiten des netten Erklär-Onkels sind zumindest momentan jedoch vorbei. In einem seiner Facebook-Videos schimpfte Pütz heftig über die Entscheidungen in der Dieseldebatte. „Welcher Idiot oder welche Fachleute das gemacht haben... Das ist ja wirklich schwachsinnig“, sagt Pütz. Er bezieht sich dabei auf die Dieselfahrverbote in NRW. „Ich höre natürlich Nachrichten aus meiner Heimat Nordrhein-Westfalen - und da sind wir ja gerade dabei, die industrielle Infrastruktur zu zerstören. Durch einen schwachsinnigen Stickoxid-Wert“, sagt der 82-jährige Kölner am Samstag in einem Facebook-Video.

Dieser Wert übersteigt in großen Teilen Essens und Gelsenkirchens, darunter auch ein Abschnitt der A40, die zugelassene Stickoxid-Obergrenze. Folglich ordnete das Verwaltungsgericht Dieselfahrverbote an. Ab dem 1. Juli 2019 dürfen in diesen Gebieten nur noch Diesel fahren, die die Euro-6-Norm erfüllen. Die Festsetzung des Stickoxid-Grenzwertes auf 40 Mikrogramm pro Kubikmeter hält der Wissenschaftler für Unsinn: „Und dann wird noch argumentiert: Wenn der nicht eingehalten wird, dann sterben soundso viele Menschen mehr. Das sind statistische Werte. Man kann die Menschen damit vielleicht bange machen. Aber das ist im Grunde eine scheußliche Sache.“

Über drei Minuten ist das Video lang. „Wir brauchen das Auto. Wir brauchen natürlich ein umweltfreundliches Auto. Ich bin kein Untergangsprophet, aber das ist der Anfang“, sagt Pütz, der die Sendungen Umweltmagazin, Dschungel und Globus moderierte.

Welche Strafen den Autofahrern drohen, die sich nicht an die Fahrverbote halten, ist bislang nicht bekannt. Listen mit den bislang betroffenen Städten gibt es jedoch schon. Betroffen sind in NRW:

  • Bonn ab April 2019
  • Essen ab Juli 2019
  • Gelsenkirchen ab Juli 2019
  • Köln ab April 2019

Unklar ist auch, ob in Zukunft auch Fahrverbote für die Euro-6-Norm kommen könnten. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert sie jedenfalls bereits. Laut DUH würden mehrere Millionen Euro-6-Diesel die Stickoxid-Grenzwerte um das 25-fache übersteigen. Aus diesem Grund kündigte die DUH die Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahrens gegen die Bundesrepublik an.

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