Henriette Reker — Attentat in Köln fremdenfeindlich motiviert

"Ich schütze euch alle" : Fremdenhass Motiv für Attentat auf Reker

Das Attentat auf die Kölner OB-Kandidatin Henriette Reker im Kölner Stadtteil Braunsfeld war offenbar politisch motiviert. Nach Informationen unserer Redaktion begründete der Täter den Angriff mit Rekers Flüchtlingspolitik.

Nach seiner Festnahme soll der offenbar verwirrte Attentäter seinen Angriff auf dem Weg zur Polizei gegenüber den Beamten mit der Flüchtlingspolitik von Henriette Reker begründet haben, wie unsere Redaktion aus Polizeikreisen erfuhr. Auch der Verfassungsschutz ist an den Ermittlungen beteiligt.

Die Kölner Spezialeinsatzkommandos (SEK), die bei bewaffneten Überfällen üblicherweise zum Einsatz kommen, waren an der Verhaftung des Attentäters nicht beteiligt, wie eine Sprecherin des Kölner Polizeipräsidiums auf Anfrage sagte. Kölns Polizeipräsident Wolfgang Albers hatte kürzlich eins seiner drei SEK wegen eines umstrittenen Aufnahmerituals aufgelöst.

Der Täter hatte laut eines Augenzeugen zwei Messer dabei, ein großes und ein kleines. Sein Angriff hätte gezielt Reker gegolten. Er habe die 58-Jährige mit dem großen Messer angegriffen und unter anderem in den Bauch und in den Hals gestochen. Nach der Tat habe sich der Mann nach Aussagen des Kölner CDU-Vorsitzenden Bernd Petelkau ruhig hingesetzt und gesagt: "Ich musste es tun. Ich schütze euch alle."

Ein Mitglied der Grünen, die an einem Stand neben der CDU vertreten waren, hielt den Täter mit einem Regenschirm in Schach, so ein Augenzeuge. Der 44-Jährige wird als 1,85 Meter bis 1,90 Meter groß und unauffällig gekleidet beschrieben. Er soll Deutsch ohne Akzent gesprochen haben. Bei seiner Festnahme übte der Täter keinen Widerstand.

Petelkau, der Augenzeuge des Angriffs war, berichtet unserer Redaktion: "Der Täter hat Frau Reker schwer verletzt. Er hat ihr mit einem Messer in den Bauch gestochen und auch noch vier umstehende Wahlkampfhelfer verletzt." Nach Informationen der Stadt Köln wurde Reker mindestens mit einem Stich am Hals verletzt.

Reker schwebt nach dem Angriff nicht mehr in Lebensgefahr, wie ihr Team auf Twitter bekanntgab. Die Wahl am Sonntag findet dennoch statt.

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