Das Programm Weibliche Wut auf großer Leinwand – Frauen-Film-Fest in Köln

Köln/Dortmund · Das Frauen-Film-Fest legt in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf wütende Frauen. Vom frühen Stummfilm bis zum Debüt vielversprechender Regisseurinnen gilt: Weiblicher Zorn darf sichtbar sein.

Der malaysische Film „Tiger Stripes“ von Regisseurin Amanda Nell Eu wird im Rahmen des Internationalen Frauen Film Fests zu sehen sein.

Der malaysische Film „Tiger Stripes“ von Regisseurin Amanda Nell Eu wird im Rahmen des Internationalen Frauen Film Fests zu sehen sein.

Foto: dpa/-

Das Internationale Frauen-Film-Fest rückt weibliche Wut in den Fokus des diesjährigen Programms. Eine Vielzahl der insgesamt 95 Filme, die vom 16. bis 21. April auf mehreren Kölner Kinoleinwänden zu sehen sind, zeigen dabei unter der Überschrift „Rage & Horror“ Frauenfiguren, die ihrem Zorn Ausdruck verleihen.

Beginnend mit einem einminütigen Stummfilm aus dem Jahr 1899, in dem eine bedrängte Milchfrau sich wirkungsvoll gegen einen Grapscher wehrt, bis hin zu zeitgenössischen Lang- und Dokumentarfilmen werden sich auflehnende Frauenfiguren quer durch die Filmgeschichte gezeigt. Zu sehen ist etwa der Dokufilm-Klassiker „Black Panthers“ aus dem Jahr 1968 von der Aktivistin und Filmemacherin Agnès Varda über die gleichnamige afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung. Auf dem Plan steht zudem der malaysische Horrorfilm „Tiger Stripes“ von Amanda Nell Eu, in dem ein zwölfjähriges Mädchen in Folge von Mobbing und Ausgrenzung eine monströse Verwandlung erlebt.

Auch der Eröffnungsfilm „Ellbogen“ kreist um eine wütende Hauptfigur: Eng an der Romanvorlage von Fatma Aydemir, geht es in dem Spielfilmdebüt von Regisseurin Asli Özarslan um den Frust der jungen Hazal, die in einem von Gewalt geprägten Umfeld in Berlin aufgewachsen ist und als Tochter türkischstämmiger Eltern mit alltäglichem Rassismus zu kämpfen hat. Als einer von acht nominierten Filmen hat „Ellbogen“ Chancen auf den Preis im Internationalen Debüt-Spielfilmwettbewerb des traditionsreichen Festivals. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre von einer Jury vergeben.

Festival abwechselnd in Köln und Dortmund

Das Internationale Frauen-Film-Fest IFFF findet abwechselnd in Köln und Dortmund statt. Es ist nach Angaben der Veranstalter das größte und älteste Frauenfilmfestival im deutschsprachigen Raum und findet bereits zum 41. Mal statt.

Eine Auswahl des diesjährigen Programms wird auch in Dortmund zu sehen sein. Anlässlich der diesjährigen Fußball-EM soll in der Ruhrgebietsstadt zusätzlich der aktuelle Dokumentarfilm „Copa 71“ laufen. Er zeigt das erste internationale Frauenfußballturnier in Mexico City und geht der Frage nach, warum das bei Zuschauern so erfolgreiche Sportevent dennoch in Vergessenheit geriet.

(kag/dpa)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort