Flughafen Köln/Bonn: Überfall auf Geldtransporter - LKA prüft Spur zur RAF

Großeinsatz am Flughafen Köln/Bonn : Räuber überfallen Geldtransporter – Firma kürzlich schon einmal betroffen

Am Mittwochvormittag wurde ein Geldtransporter am Flughafen Köln/Bonn überfallen. Ein Wachmann wurde dabei schwer verletzt. Die drei Täter konnten flüchten. Ein Wagen derselben Firma wurde in Köln kürzlich schon einmal überfallen.

Der Überfall ereignete sich laut Polizei Köln um 9.10 Uhr im Bereich des Fernbusbahnhofs, der sich direkt neben dem Terminal befindet. Einer der Wachmänner wurde durch mindestens einen Schuss schwer verletzt. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und notoperiert. Der Mann hat eine Schussverletzung am Oberschenkel erlitten, ist inzwischen aber außer Lebensgefahr. Ein zweiter Wachmann, der sich am Fahrzeug befand, wurde nicht verletzt.

Der Geldtransporter hat vermutlich Geschäfte im Flughafengebäude beliefert. Die drei Täter konnten unerkannt vom Tatort flüchten. Ob und wenn ja wie viel Beute sie gemacht haben, ist nicht bekannt.

Wenig später wurde ein brennendes Fahrzeug, ein schwarzer Audi, auf der Jägerstraße in Porz-Eil gefunden. „Dabei handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um das Fluchtfahrzeug der Täter“, sagte ein Sprecher der Polizei auf Nachfrage unserer Redaktion. Die Rauchsäule des Fahrzeugs war von der A59, die zum Flughafen führt, zu sehen. Nach den Tätern wird gefahndet. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Auch ein Hubschrauber kam bei der Suche zum Einsatz.

Video zeigt Flucht der Täter nach Raubüberfall in Köln

In einem Video, das unserer Redaktion exklusiv vorliegt, ist zu sehen, wie zwei der bewaffneten Täter ihre Beute im Wagen verstauen und anschließend mit offenem Kofferraum den Tatort verlassen. Die Polizei hält das Video für echt.

Zusammenhang mit Überfällen der „RAF-Rentner“?

Das Landeskriminalamt Niedersachsen prüft jetzt eine mögliche Verbindung zu drei ehemaligen RAF-Terroristen. „Unsere polizeilichen Ermittler aus der zuständigen Fachlichkeit schaut sich das gerade an. Ein Ergebnis steht aber noch aus“, sagte eine Sprecherin unserer Redaktion. Ein solcher Zusammenhang werde aber routinemäßig bei allen Überfällen auf Geldtransporte überprüft.

Bei den drei ehemaligen RAF-Terroristen handelt es sich Burkhard Garweg, Ernst-Volker Staub und Daniela Klette. Nach ihnen wird seit Jahren bundesweit gefahndet. Nachdem jahrelang von ihnen nichts zu hören war, kamen Ermittler vor vier Jahren durch eine DNA-Spur wieder auf ihre Fährte. Diese war bei einem gescheiterten Überfall auf einen Geldtransporter in Stuhr bei Bremen im Jahr 2015 sichergestellt worden. Die Ermittler vermuten, dass die sogenannten „RAF-Rentner“ mit den Raubüberfällen ihre Leben im Untergrund finanzieren.

Der Überfall am Kölner Flughafen weckt zudem Erinnerungen an einen anderen Überfall vor fast genau einem Jahr. Dabei hatten Unbekannte im Alter zwischen 30 und 40 Jahren einen Geldtransporter auf dem Parkplatz eines Ikea-Kaufhauses in Köln-Godorf ausgeraubt. Damals schlugen sie zu, nachdem der 60 Jahre alte Geldbote aus dem Transporter gestiegen war. Einer der Täter bedrohte ihn mit der Waffe, während der andere mit laufendem Motor im Fluchtauto wartete - ähnlich wie bei der Tat am Mittwoch. Wie unsere Redaktion am Nachmittag erfuhr, war der Wagen damals für dieselbe Firma im Einsatz. Ein Sprecher der Kölner Polizei bestätigte das: „Wir können bestätigen, dass beide Fahrzeuge demselben Unternehmen gehören“, sagte ein Sprecher.

Zeugen, die etwas Verdächtiges beobachtet haben oder Hinweise auf das flüchtige Trio geben können, werden gebeten, sich schnellstmöglich mit der Kölner Polizei in Verbindung zu setzen. Telefon: 0221 229-0

Die Rauchsäule vom brennenden Fluchtauto in Porz-Eil. Foto: Martin Röse

(mit Material von dpa)

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