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Pannen bei Sicherheitsfirma: Flughafen Köln-Bonn trennt sich von Kötter

Pannen bei Sicherheitsfirma : Flughafen Köln-Bonn trennt sich von Kötter

Die Essener Sicherheitsfirma Kötter verliert einen wichtigen Auftrag. Der Flughafen Köln/Bonn teilte am Freitag mit, man habe sich mit dem Sicherheitsdienstleister darauf geeinigt, vorzeitig aus dem Vertrag über die Durchführung der Personal- und Warenkontrolle auszusteigen.

"Die Zusammenarbeit endet demnach Ende Januar 2018", erklärte ein Sprecher. Für die Restlaufzeit hätten die beiden Unternehmen umfassende zusätzliche Kontroll- und Überprüfungsmaßnahmen vereinbart. Der ursprüngliche Vertrag hatte eine Laufzeit bis Januar 2021.

Vorausgegangen waren Pannen beim Personaleinsatz mit langen Warteschlangen, zudem kam es zu Unregelmäßigkeiten bei Schulungszertifikaten. Diese sollen gefälscht worden sein. Zuletzt hatten Mitarbeiter in einem Brief an die Geschäftsführung darüber geklagt, dass ein Betriebsleiter gegen Gewährung von Gefälligkeiten Zugeständnisse bei der Urlaubs- und Schichtplanung eingeräumt hatte. Das Schreiben liegt unserer Redaktion vor.

Nachdem Kötter am Donnerstag noch auf Anfrage unserer Redaktion erklärt hatte, dass die Vorwürfe jeglicher Grundlage entbehrten, teilte das Unternehmen heute mit, die anonym erhobenen Vorwürfe würden von unabhängiger Seite intensiv geprüft. "Sollte es zu Verfehlungen einzelner gekommen sein, werden hieraus rasch Konsequenzen erfolgen." Es bleibe festzuhalten, dass bis zum anony­men Schreiben von dieser Woche weder der Geschäftsführung noch dem Betriebsrat Anhaltspunkte für mögliche Verfehlungen bekannt gewesen seien, teilte Kötter mit. Das Landesverkehrsministerium hatte eine zügige und umfassende Aufklärung der Vorgänge verlangt.

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Kötter erklärte zudem, man werde kurzfristig einen Ombudsmann einsetzen, "der die aktuellen unternehmens­eigenen Untersuchungen begleitet und künftig unabhängiger Ansprechpartner für vertrauliche Meldungen und Hinweise ist". Der Ombudsmann solle gemeinsam mit dem Betriebsrat bestimmt werden.