Flughafen Köln/Bonn: Simulation von islamistischem Terror-Anschlag - 1000 Polizisten im Einsatz

„Ganz schwierige Kiste“ : Polizei plant große Anti-Terror-Übung am Flughafen Köln/Bonn

In Köln findet nächste Woche die bisher größte Anti-Terror-Übung auf einem deutschen Flughafen statt. Auf dem Airport soll dann ein islamistischer Terroranschlag simuliert werden.

Ein solches Szenario sei angesichts der abstrakt erhöhten Gefährdungslage in Deutschland jederzeit denkbar, auch wenn es derzeit keine konkreten Hinweise auf solche Anschlagsplanungen gebe, sagte Sven Jahn von der Bundespolizei am Donnerstag in Sankt Augustin bei Bonn.

„Wir werden etwa 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort einsetzen“, sagte Jahn. „Unseres Wissens ist es die größte derartige Übung, die es bisher gegeben hat.“ Das Geschehen werde möglichst realistisch dargestellt mit Explosionsgeräuschen, Nebel und Lautsprecherdurchsagen. Allein 300 Darsteller von Verletzten oder in Panik geratenen Reisenden seien beteiligt.

Frühere Übungen an Bahnhöfen hätten gezeigt, dass die beteiligten Polizisten dadurch ähnlich stark unter Stress gesetzt würden wie bei einem echten Einsatz. „Wenn man die Männer und Frauen hinterher fragt, dann sagen sie: ‚Ja, ich war da voll drin‘“, sagte Jahn.

Die Auswirkungen auf den Flughafenbetrieb sollen dadurch möglichst gering gehalten werden, dass die Übung nachts stattfindet. Betroffen ist der Terminal 1. Die Übung wird nicht öffentlich zugänglich sein.

Klaus Rüschenschmidt von der Polizei Köln sagte, was dort geprobt werde, sei eine „ganz ganz schwierige Kiste“, da ein mörderisches Vorgehen mehrerer Täter simuliert werde. „Die Herausforderung wird sein, gegen mehrere Täter vorzugehen und sie so schnell wie möglich handlungsunfähig zu machen.“

(mba/dpa)
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