Flüchtlinge werden in Köln in Hotels untergebracht

Bis zu 4500 Euro Monatsmiete für ein Hotelzimmer : Teure Flüchtlingsunterbringung in Kölner Hotels

In 40 ehemaligen Hotels in Köln sind laut einer Umfrage Flüchtlinge untergebracht. Dadurch entstehen der Stadt hohe Kosten. Düsseldorf nutzt keine Hotels für Flüchtlinge.

Die Stadt Köln ist nach einer WDR-Umfrage Spitzenreiter bei der Unterbringung von Flüchtlingen in Hotels. Hier sind derzeit mehr als 2200 Flüchtlinge in insgesamt 40 ehemaligen Hotels untergebracht, wie der WDR am Mittwoch mitteilte. Auch bei den Kosten falle Köln im Vergleich zu den weiteren fünf Städten in Nordrhein-Westfalen, die Geflüchtete noch in Hotelzimmern unterbringen, deutlich aus dem Rahmen.

Köln zahlt der Umfrage zufolge Hotelbesitzern durchschnittlich 31 Euro pro Person und Nacht, also gut 900 Euro im Monat. Bei der Belegung eines Zimmers mit mehreren Menschen, was der Untersuchung zufolge die Regel ist, kämen schnell 4500 Euro Monatsmiete für ein einzelnes Hotelzimmer mit Bad zusammen.

Andere Städte nutzen selten Hotels für Flüchtlinge

Die anderen Kommunen liegen laut WDR mit der Anzahl der angemieteten Häuser deutlich unter der Kölner Zahl. Jeweils ein Hotel ist in Dortmund, Hamm, Moers und Bergisch Gladbach mit Flüchtlingen belegt, in Mönchengladbach sind es zwei Hotels. Auch zahlen diese Städte deutlich weniger an die Hotelbetreiber. So zahlt Dortmund dem WDR zufolge acht Euro pro Person und Nacht und kommt somit auf rund 240 Euro Monatsmiete pro Person. Da auch hier die Zimmer zumeist mit mehreren Menschen belegt sind, kostet ein Zimmer mit vier Personen rund 960 Euro im Monat.

Hotelbelegungen mit Flüchtlingen durch die Kommunen sei für die Betreiber ein lukratives Geschäft, erklärte der WDR: vor allem, weil sich einige Städte auf lange Vertragslaufzeiten eingelassen hätten und eine Mindestbelegung unabhängig davon zahlten, wie viele Menschen tatsächlich gerade untergebracht seien.

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Düsseldorf bringt Flüchtlinge in Modulbauten unter

Die Stadt Köln verteidigt die Hotel-Anmietungen. Die Stadt befinde sich nach wie vor in einem Notzustand und wolle die Flüchtlinge nicht zurück in die Turnhallen schicken, sagte der Kölner Sozialdezernent Harald Rau dem WDR.

Dagegen befinden sich in der Landeshauptstadt Düsseldorf nach Worten von Miriam Koch, Leiterin des Amts für Migration, keine Flüchtlinge mehr in Hotels. Dies sei durch kurze Vertragslaufzeiten mit den Hotelbetreibern und durch den Kauf von Immobilien beziehungsweise Modulbauten erreicht worden.

Bundesweit wurden im vergangenen Jahr fast 222.700 Erstanträge auf Asyl gestellt, von Januar bis April dieses Jahres weitere 64.000. Von diesen 64.000 Erstanträgen wurden 13.000 in NRW gestellt.

(woa/epd)
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