Flixbus-Chef André Schwämmlein kritisiert Stadt Köln für Fernbus-Bann

Mahnbrief an die Stadt : Flixbus-Chef fordert Busbahnhof in Köln

Der Chef des Fernbus-Unternehmens verlangt von Oberbürgermeisterin Reker, Busse wieder in die Innenstadt zu lassen. Köln müsse „zurück auf ein international konkurrenzfähiges Verkehrsniveau“.

Drei Jahre ist es her, dass Köln Fernbusse aus der Innenstadt verbannt hat. Nun fordert der Marktführer Flixbus die Stadtverwaltung auf, diese Entscheidung rückgängig zu machen. In einem Brief, der unserer Redaktion vorliegt, schreibt Flixbus-Geschäftsführer André Schwämmlein an Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker: „Als einzige Millionenstadt Europas verzichtet Köln auf eine angemessene Fernbusanbindung.“ In ganz Europa sei die Fernbusnutzung rasant gewachsen, in Köln hingegen lägen die Verbraucherzahlen deutlich unter dem Niveau von 2015. „Derzeit liegen die Haltestellen im Raum Köln klar unter den Verbraucherzahlen von Düsseldorf, Freiburg oder Karlsruhe – obwohl diese Städte nicht einmal annähernd so viele Einwohner haben“, schreibt Schwämmlein und verweist auf eine Publikation des Bundesamtes für Güterverkehr, in dem es mit Blick auf Köln heiße: „Haltestellen außerhalb von Stadtzentren werden im Allgemeinen vergleichsweise schlecht angenommen.“

SPD, CDU, Grüne und Piraten hatten im September 2015 für eine Verwaltungsvorlage gestimmt, die Haltepunkte am Breslauer Platz sowie an der Gummersbacher Straße zu schließen und den Verkehr über einen neuen Fernbusbahnhof am Flughafen Köln/Bonn abzuwickeln. Ein Hintertürchen ließ sich die Politik jedoch offen: Der Rat werde die Entwicklung des Fernbusverkehrs in Köln weiter beobachten und bei Bedarf nachsteuern.

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Genau darauf hofft Schwämmlein. „Es ist nötig, dass in Köln eine vorurteilsfreie Diskussion über die Zukunft der Fernlinienanbindung stattfindet.“ Ziel müsse es sein, „Köln zurück auf eine international konkurrenzfähiges Verkehrsniveau zu bringen“. Dazu macht der Flixbus-Chef mehrere Vorschläge: So regt er unter anderem an den Busbahnhof Breslauer Platz wiederzueröffnen. Dies sei „nötig und umsetzbar“. Denkbar sei auch eine Standortsuche für einen neuen Zentralen Omnibus-Bahnhof im Innenstadtgebiet. Schwämmlein zufolge sei eine denkbare Lösung, ein Gebäude zu errichten, das im Erdgeschoss einen Fernbusbahnhof vorsieht. Vergleichbare Lösungen funktionierten in München und Mannheim. In Leipzig werde ein mit Fernbusbahnhof integrierter Hotelkomplex am Hauptbahnhof privat finanziert gebaut. In Dresden, Rostock oder Bremen seien solche Projekte – ebenso am Hauptbahnhof – geplant.

Ein Sprecher der Stadt erklärte, dass sich an der seinerzeit so eingerichteten Situation nichts verändert habe. „Sollte also zum Beispiel von Seiten der Politik – was die Verwaltung nicht einschätzen kann – keine Initiative ergriffen werden, wird auch die Verwaltung an der gewählten Lösung festhalten.“

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