Europawahl 2019 in Köln: Höchste Wahlbeteiligung aller Zeiten

Wesentlich mehr als 2014 : Stadt Köln meldet höchste Wahlbeteiligung aller Zeiten

Bei der Europawahl haben wohl weit mehr Menschen ihre Stimme abgegeben als beim letzten Mal. In Köln gibt es sogar einen neuen Rekord.

In Nordrhein-Westfalen haben sich nach vorläufigen Prognosen deutlich mehr Menschen an der Europawahl beteiligt als vor fünf Jahren. Bis zum Sonntagnachmittag (Stand: 16 Uhr) gaben - einschließlich der Briefwähler - rund 51 Prozent der Wahlberechtigten in acht ausgewählten Kreisen und kreisfreien Städten ihre Stimme ab. Bei der Europawahl 2014 hätten bis zu dieser Uhrzeit rund 42 Prozent abgestimmt, teilte der Landeswahlleiter mit. Damals hatte die landesweite Wahlbeteiligung bei Schließung der Wahllokale um 18 Uhr bei 52,3 Prozent gelegen.

In NRW sind rund 13,8 Millionen Menschen wahlberechtigt. Mit dem vorläufigen amtlichen Endergebnis rechnet der Landeswahlleiter am frühen Montagmorgen.

Köln meldete bereits am frühen Abend, dass so viele Menschen wie noch nie bei einer Europawahl in der Domstadt abgestimmt haben. Die Wahlbeteiligung lag nach Schließung der Lokale bei 63,89 Prozent. Zum Vergleich: 2014 lag sie bei 53,18 Prozent, 2009 bei 42,9 Prozent. Die aktuellen Ergebnisse finden Sie in unserem Live-Blog.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) gab am Vormittag in Aachen seine Stimme ab. Zusammen mit seiner Ehefrau Susanne erschien er in seinem Wahllokal in einer Grundschule.

Neben Schulen, Bürgerhäusern oder Rathaussälen befanden sich einige Wahlräume in NRW an ungewöhnlichen Orten: So konnten Bürger in Herne in einem Blumenladen wählen und in Bochum in einem Autohaus. In einem ländlichen Ortsteil von Leverkusen stellte eine Familie sogar ihr Wohnzimmer als Wahlraum zur Verfügung.

In Bochum gab es ein Verkehrschaos vor dem Wahllokal rumänischer Staatsbürger. Die Wahlberechtigten stimmten am Sonntag nicht nur in der EU-Wahl ab. Auch ein Referendum zur umstrittenen Justizreform findet an diesem Tag statt. Die Reform beinhaltet kürzere Verjährungsfristen bei Korruptionsdelikten.

Ein Wuppertaler Wahllokal konnte erst etwa eine Stunde später öffnen als vorgesehen: Im Cronenberger Bürgerhaus befanden sich Wahlunterlagen und Urne in einem verschlossenen Raum, zu dem der Wahlvorstand keinen passenden Schlüssel hatte. Ein Schlüsseldienst musste die Tür öffnen, wie Andreas Walter von der Wuppertaler Wahlbehörde sagte.

Auch in Bochum gab es eine Panne: Bereits am Samstagnachmittag war auf der Internetseite der Stadt das vermeintliche Wahlergebnis zu lesen. Nach Angaben eines Sprechers hatten Mitarbeiter zu Testzwecken fiktive Daten eingestellt und die Seite dann versehentlich veröffentlicht. „Wir können uns für diesen Fehler nur entschuldigen“, sagte der Sprecher. Die Daten seien umgehend gelöscht worden.

(skr/dpa)
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